TarLung – Axis Mundi

| 24. Januar 2026 | 0 Comments
TarLung

(c) TarLung / Argonauta Records

Geduld lohnt sich, vor allem wenn TarLung auf den Plan treten. In den Jahren seit dem Release von „Architect“ im Sommer 2021 tourten die drei Wiener fleißig und ließen sich die nötige Zeit, um an einem Nachfolger zu arbeiten. Der wurde schließlich – einmal mehr – in den DeepDeepPressure Studios aufgenommen, das Artwork kam erneut von Alex Eckman-Lawn. Mit Argonauta Records hat das Sludge-Doom-Powerhouse dafür nun ein engagiertes Label im Rücken. Die Zeichen für „Axis Mundi“ stehen also auf Sturm.

Das eröffnende Bollwerk „Static Noise“ legt erstaunlich understatet los, konzentriert sich im besten Sinne auf das Wesentliche und lässt den Song kommen. Erst rund um die Ein-Minuten-Marke verfinstert sich der imaginäre Himmel, die trockene Präsentation kollidiert alsbald mit heiseren, grummelnden Vocals und bleierner Aggression, die gleichermaßen lähmt und aufwühlt – ein kleines Kunststück, das „Full Circle“ mit verhaltener Melodik kombiniert. Kurze, pointierte Gesangseinlagen ziehen tiefer in den imaginären Sumpf, das Pulverfass droht zu explodieren. Zugleich legt sich eine schwer greifbar zu machende Traurigkeit über das Arrangement, weit über Melancholie hinausgehend.

TarLung beherrschen das Spiel mit melodischen Einschüben prima, ohne diese über Gebühr zu strapazieren. Das zeigt sich beispielsweise in „Burning Out“, das nachdenklich bis fragil anrollt, wieder und wieder eingängige Momente preisgibt und mit zähen Sludge-Wänden rundherum Crowbar etwas näher kommt – ein kleines Lehrstück in Sachen Dynamik und Songwriting. Sollte dieser Exkurs zu brav anmuten, dann ist „Between Earth And Moon“ die perfekte Antwort. Hier rückt das etatmäßige, brachiale Dickicht zerstörerischer Gemächlichkeit wieder in den Mittelpunkt und serviert ruppige, erdrückende Sludge-Urgewalt in zurückgelehnter Dosis.

Ein Hauch mehr Sonne und Melodie, von räudigem Sludge wieder und wieder mit Wonne zerlegt: TarLung zeigen sich einmal mehr in richtig guter Form. Das Spiel mit eingängigen Momenten und klassischeren Doom-Passagen, die auf „Architect“ bereits angedeutet wurden, driftet hier in Richtung Vollendung. Mit spürbar mehr Feingefühl und zugleich vertrauter Aggression findet „Axis Mundi“ einen hochspannenden Mittelweg, der gerne mal überfordert und zugleich weitere Lichtschimmer in die Hässlichkeit des Seins einbettet. Die Wiener räumen erneut ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.01.2026
Erhältlich über: Argonauta Records

Facebook: www.facebook.com/tarlungband

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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