Dehuman Reign – Dawn Of A Malefic Dominion

| 23. Juli 2025 | 0 Comments
Dehuman Reign

(c) Christian Schlieker

Die Wartezeit zwischen ihren Alben mag länger und länger werden, doch ändert das an der Klasses des Outputs rein gar nicht: Stolze fünf Jahre sind seit dem letzten Longplayer von Dehuman Reign ins Land gezogen. Das Quintett aus Berlin mit einem hörbaren Faible für Death Metal der amerikanischen Schule machte sich zuletzt ein wenig rarer, arbeitete dafür konzentriert an ihrem nunmehr vierten Album. Mit „Dawn Of A Malefic Dominion“ werden abermals Fans von Morbid Angel, Suffocation und Deicide lautstark bedient.

„Let Chaos Reign“ ist als Kampfansage zu verstehen und geht als perfekter Vorbote durch. Ab der ersten Sekunde schnellt das Tempo in die Höhe, begleitet von ruppiger und angenehm kantiger Atemlosigkeit. Dehuman Reign tanken sich durch vertraute Urgewalt, von gurgelnden, gutturalen Vocals und sich überschlagenden Gitarren untermalt, die später flirrende Soli aus dem Ärmel schütteln. Ähnliche Qualitäten besitzt „Post-Traumatic Suicide Solution“, untermalt von etwas Slayer-Ursuppe und einem fieberhaften Solo von Lukas Haidinger (Distaste), der sich zudem um Mix und Mastering kümmerte. Im groovenden Midtempo-Bereich glänzen die Berliner besonders.

Und so entwickelt sich diese Platte mehr und mehr zum kompromisslosen Siegeszeug – wie im Dauergeballer von „The Ancient Enemy“, das seine Zäsuren kurz und pointiert setzt, wieder und wieder den Weg für komplette Eskalation freimacht. Und doch sind es gerade die manischen Leads in der zweiten Hälfte, die aufhorchen lassen. Das giftige „Cursed To Feel On Flesh“ rührt massig Beton an, nur um aus dem Nirgendwo durchzustarten und das Ergebnis mit Stahlkanten zu bearbeiten. Abermals glänzen die kurzen, prägnanten Soli. Hingegen fühlt sich das giftige „Preparing Armageddon“ im gemäßigten Bereich durchaus wohl, nur um aus dem Nichts zu explodieren. Das Gastsolo von Sebastian Ankert (Sinners Bleed) rundet das Geschehen gekonnt ab.

Überraschungen bleiben aus, was aber keinesfalls stört. Dehuman Reign bleiben bei ihren Leisten, drehen mit wachsender Begeisterung am Rad und besinnen sich zugleich auf vertraute Stärken. Das Ergebnis fällt roh, ruppig, atemlos und doch angenehm musikalisch aus, sofern man das von diesem brutalen Hassbolzen tatsächlich sagen kann. „Dawn Of A Malefic Dominion“ macht seine Sache verdammt gut – no surprise here – und zieht die Daumenschrauben weiter an. Die Berliner liefern grantigen, furiosen US Death Metal in Reinkultur ab, erinnern an echte Größen und lassen doch stets ihre eigene Handschrift durchschimmern. Es kann manchmal tatsächlich so einfach sein – eine furiose Abrissbirne auf starkem Niveau.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.07.2025
Erhältlich über: FDA Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/DehumanReign

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Category: Magazin, Reviews

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