Lesotho – A Flashing On Plain Glass

| 8. März 2026 | 0 Comments
Lesotho

(c) Lauren Racioppi

Lesotho bleiben eine der besten Post-Rock-Bands, die bestenfalls Feinschmecker kennen. Das Trio aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts versteht sich auf rein instrumentale Songs, gerne mit metallischer Schlagseie ausgestattet, voller Licht und Schatten sowie für sich einnehmender Intensität. Auch ihr mittlerweile drittes Album erscheint komplett in Eigenregie, wobei es ausnahmensweise sogar – wegen Import leider sehr kostspielige – physische Versionen gibt: „A Flashing On Plain Glass“ symbolisiert die Suche nach ehrlicher Schönheit inmitten von Chaos, während sich die Welt unvermeidbar und unwiederbringlich verändert.

Bei fünf Songs in unter einer halben Stunde liegt der Fokus selbstverständlich auf Klasse, nicht auf Masse. Der Opener „Marigold“ macht das eindrucksvoll vor, legt geradezu aufbrausend los und überrascht mit drückender, schroffer Heavyness. In anderer Händen wäre diese erste Minute zu einem Post-Black-Metal-Dampfhammer geworden, doch Lesotho machen daraus komplexen Post Metal mit erstaunlicher Wucht und klaustrophober Melodik, der vor allem in der vertrackten zweiten Hälfte wieder und wieder ausschlägt. So rau und laut wird es in weiterer Folge nur selten. Das anschließende „Frail Weapon“ hält davon beispielsweise rein gar nichts, arbeitet geschickt auf ein klassisches Post-Rock-Plateau zu und hüllt sich bevorzugt in Nebelschwaden.

„Fetch Quest“ schließt nahtlos daran an und punktet vor allem durch seine verspielte, stoisch groovende Rhythmusabteilung, die Ebbe und Flut die nötige Dynamik verleiht – mal im geradlinigen Uptempo-Bereich, mal erstaunlich vorwitzig inmitten nachdenklicher Gitarren. Schließlich holt „Black Spotted Deer“ die Heavyness zurück, bloß auf deutlich gemächlichere Art. Eine lange, schier undurchdringliche Wand dominiert die erste Hälfte, danach geben sich Lesotho unerwartet fragil und introvertiert. Vergleichsweise klassische Kost setzt es im abschließenden Titelsong. Der Aufbau ist vertraut, die freundliche Auflösung geht im besten Sinne nahe, die erhoffte Schönheit wurde erfolgreich entdeckt.

Lesotho verstehen die Tracks als fünf Sätze eines Musikwerks im klassischen Sinne, die nahtlos ineinandergreifen und ein gemeinsames großes Ganzes ergeben. Entsprechend verfließen die Grenzen zwischen den Nummern gerne mal, wird die Gesamtheit des Werks geschickt in den Mittelpunkt gerückt und hervorgehoben. „A Flashing On Plain Glass“ hat etwas von einer Reise durch düstere Welten, auf der Suche nach Licht, Widrigkeiten trotzend, mit einem (erhofften) Happy End. Das US-Trio bestätigt die Klasse seiner ersten Platten und will weiterhin unbedingt entdeckt, erlebt werden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/lesothoboston

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Category: Magazin, Reviews

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