The Lunar Effect – Fortune’s Always Hiding

| 18. Oktober 2025 | 0 Comments
The Lunar Effect

(c) James Bennett

Zwei Alben, eine Mission: Classic Rock salonfähig machen. Eigentlich wird diese verkürzte Beschreibung The Lunar Effect nicht wirklich gerecht, steckt doch so viel mehr hinter dem Sound des britischen Quintetts. Bluesige Schwere, bestens gelaune Riffs, gelegentliche Frontalattacken und eine gesunde Portion Psychedelia zählen zu den wichtigsten Begleitern. So auch auf ihrem neuen Streich, der bloß eineinhalb Jahre nach dem famosen „Sounds Of Green & Blue“ erscheint. „Fortune’s Always Hiding“ nimmt alle vertrauten Qualitäten mit und legt diese auf ein Album über Verluste, Erinnerungen und den permanenten Fluss der Zeit um.

Vom einem deutlich ehrlicheren, unmittelbareren Album ist die Rede, und das kommt nicht von ungefähr. Die bluesige Schwere von „My Blue Veins“ geht vor allem in den Strophen unter die Haut, wenn sich klare Gitarren zum fantastischen, beseelten Gesang gesellen. Verschwitzte Rock-Ausflüge runden das Geschehen mehr als gekonnt ab. Im ellenlangen „I Disappear“ verlieren sich die Briten tatsächlich ein wenig, überraschen mit Piano-Fokus und ordentlich Drama im Songwriting. Selbst Queen schauen kurz vorbei, wenn die Gitarre ein fanfarenartiges Solo andeutet, und doch bleibt die kraftvolle, energiegeladene DNA von The Lunar Effect stets präsent.

Und die kommt natürlich auch dann durch, wenn sie die Schlagzahl erhöhen. Wie in „Feed The Hand“, dieser mächtige und verschwitzte Opener, der ein klein wenig an die Stoner-Ansätze der vergangenen Platten anknüpft und daraus doch sein ganz eigenes Ding macht – laut, energisch und verdammt heavy. „Five And Two“ geht unmittelbar und ohne falsche Zurückhaltung nach vorne, bietet ein Überangebot an Gitarren und überschlägt sich beinahe selbst, während „Scotoma“ all das in eine Art Boogie einbindet. Dieser herrlich tanzbare Exkurs weckt Erinnerungen an die viel zu früh verschwundenen Them Crooked Vultures.

Logischer Fortschritt bietet große Unterhaltung – es ist wahrlich keine revolutionäre Erkenntnis, die den neuen Longplayer von The Lunar Effect begleitet. „Fortune’s Always Hiding“ entwickelt sich sinnig und stimmig weiter, ohne langweilige Kompromisse einzugehen. Letzte Stoner-Reste mögen zwar nahezu komplett in der Versenkung verschwunden sein, doch gibt es dafür mehr Blues, mehr Heavyness und mehr klassische Rock-Anteile. Das Songwriting macht zugleich einen kräftigen Sprung nach vorne, vom spürbaren Gefühl in den ruhigen Momenten, in den Blues-Exkursen, aber auch in den forschen Uptempo-Tracks ganz zu schweigen. The Lunar Effect gehen den sprichwörtlichen nächsten Schritt und packen ihr nächstes starkes Album aus. Es kann manchmal wirklich so einfach sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.10.2025
Erhältlich über: Svart Records (Membran)

Website: www.thelunareffect.co.uk
Facebook: www.facebook.com/TheLunarEffect

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Category: Magazin, Reviews

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