THROATCUT. – resilience.

| 16. Juli 2025 | 0 Comments
THROATCUT.

(c) THROATCUT.

Laut. Lauter. THROATCUT. Die Band aus Heilbronn ist bereits seit ein paar Jahren unterwegs, in ihrer aktuellen Besetzung jedoch erst seit 2024. Diese harmoniert allerdings auf lautstarke Weise prima miteinander und bemüht allerlei Hardcore-Extreme – mit Metal(core)-, etwas Deathcore- und Powerviolence-Einschlag, möglichst dissonant und aufwühlend vorgetragen. Musik und Lyrics sind von Furchtlosigkeit geprägt und wollen Mut machen, im Kampf mit inneren Dämonen und äußeren Widrigkeiten. Ihr Album „resilience.“ trägt das bereits im Titel.

Mit einer einzigen Ausnahme bleiben die Tracks unterhalb der Drei-Minuten-Marke und bringen trotz schneller Abfolge mächtig Vielschichtigkeit und Intensität mit. Tracks wie „blasphemous.“ sollten auch kaum länger sein, überwältigt die schiere Wucht dieser 130 Sekunden doch in Rekordzeit. Es schabt und schneidet an allen Ecken und Enden, das wiederholt verschleppte Tempo und die sägende Gitarre torpedieren sämtliche Sinne, zudem verbirgt sich massig Breakdown-Energie in jedem Moment. Das weiß auch „hell.or.high.water.“, synthetischer Einsatz und Djent-artige Gitarreneffekte inklusive, von heiseren, der Verzweiflung nahen Vocals förmlich zerschossen. THROATCUT. operieren hörbar am Limit, in bester ten56.-Manier, und machen damit alles richtig.

Das zeigt sich auch in „death//rebirth.“, das mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus fällt und dabei klaustrophobe, post-apokalyptische Stimmung erzeugt. Große Kunst sind jedoch die reduzierten Strophen mit Nu- und Crossover-Appeal, derber Basslauf inklusive. Aus dem Nichts wird geballert, schnellt die Geschwindigkeit in höchste Höhen und kollabiert wieder – ein konstantes Wechselbad der Gefühle, das ebenso an die Substanz geht wie „deceiver.“. Hier wird manische Energie greifbar gemacht, begleitet von einem dem Zusammenbruch nahen Protagonisten, dessen Schwall an Silben im noisigen Schlussakt versumpft.

Hier setzt es konstante, konsequente Überforderung, und das ist verdammt noch einmal gut so. Innerhalb dieser halben Stunde üben THROATCUT. gar unmenschlichen Druck aus, reiten einen Frontalangriff nach dem nächsten, erinnern an die ranzige Urgewalt der Metalcore-Pioniere, spielen mit Death- und Nu-Charme, lassen ominöse Synthetik einfließen, haben ein Herz für Breakdowns, aber auch für klassischen Hardcore. Am besten wird all das und noch mehr in einen kurzen, aber heftigen Track gepresst, der trotz sämtlicher Belastungsproben den nötigen Freiraum für den obligatorischen Wahnsinn bekommt. „resilience.“ überrollt regelrecht, wieder und wieder, und bereits beste Unterhaltung der zermürbenden Sorte. Unverwüstlicher geht’s kaum.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.07.2025
Erhältlich über: Arising Empire (Edel)

Website: throatcut.com
Instagram: www.instagram.com/throatcut.hc

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Category: Magazin, Reviews

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