Tumulation – Haunted Funeral Creations

| 2. August 2023 | 0 Comments
Tumulation

(c) Tumulation

Es liest sich wie eine absolute Schnappsidee und ist letztlich doch alles andere als das: Drei der vier Mitglieder der kalifornischen Death-Metal-Band Conjureth tauschen für ein Nebenprojekt Instrumente und Rollen. Tumulation widmen sich der Death-Doom-Ursuppe der frühen 90er und zelebrieren betont zähe, schwerfällige Extreme. Anstatt der womöglich vermuteten Spaßband setzt es jedoch erdrückenden Ernst mit Substanz, wie das erste Album „Haunted Funeral Creations“ recht eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Ein betont ominöses, zugleich donnerndes Intro legt den Grundstein für das Raunen in der Leichenhalle, danach geht „Shattered Under The Eclipse“ sogleich in die Vollen. Es dauert eine ganze Weile, bis das US-Trio in den Song findet, doch kann man sich der bedrohlichen, erdrückenden Stimmung kaum entziehen. Gutturale, heisere Growls, unterproduzierte Gitarren und ein gerne mal schepperndes Schlagzeug tanken sich in dröhnender Zeitlupe nach vorne, von seltenen infernalen Melodieansätzen begleitet. In der zweiten Hälfte bemühen verwaschene Solo-Ansätze etwas Abwechslung, lautmalerisch und verstörend. Man verharrt im zweiten Gang und raubt damit – im besten Sinn – den letzten Nerv.

Die schiere Wucht von „Rites Of Forgotten Misery“ zeigt Tumulation in Bestform. Immer wieder deuten sie kleine Ausbruchsversuche an, schielen in Richtung Vollsprint, nur um letztlich doch massig Blei anzurühren, was prima funktioniert. Selten erhöhen sie die Schlagzahl, beispielsweise in „Astral Sickness“. Das hält sich zwar im recht moderaten Bereich, liefert dafür wertige Akzente inmitten eines gefühlt permanenten Untergangsszenarios. „Bound To The Rakasha“ maximiert diese Eindrücke, erinnert stellenweise an die Hauptband und findet doch immer wieder zur ranzig-doomigen Ursuppe zurück, bevor ein überlanges, beklemmendes Outro sämtliche Sinne torpediert.

Kaputt im besten Sinne, das trifft es bei „Haunted Funeral Creations“ wohl am besten. Aus der schrägen Idee der instrumentalen Rotation entwickelt sich ein stilvolles Death-Doom-Werk, das sämtliche Vorzüge der alten Schule mit wachsender Begeisterung zelebriert. Etwa 40 (er-)drückende Minuten strengen im besten Sinne an, reißen Mauern ein und schlagen im angenehmsten Sinne aufs Gemüt. Tumulation besitzen ein inhärentes Verständnis für ihre musikalischen Vorväter und liefern eine angenehme Antithese zur sommerlichen Hitze. Ein Blick auf ihre andere Band lohnt sich ebenfalls.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.08.2023
Erhältlich über: Hammerheart Records (SPV)

Facebook: www.facebook.com/tumulation

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Category: Magazin, Reviews

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