The Flesh Trading Company – Franconian Witchcraft

| 4. März 2020 | 0 Comments
The Flesh Trading Company

(c) Michael Lorz

Haßfurt musste so einiges über sich ergehen lassen, vor allem furchtbare Wortspiele. Es geht aber auch anders und deutlich charmanter, wie aktuell The Flesh Trading Company beweisen. Klar, über den Charme von Death-Thrash mit einer gesunden Dosis Heavy Metal darf man sich streiten. Die fünf Herren aus Unterfranken sind nicht nur gute Musiker, sondern auch geschickte Storyteller. So drehen sich die Texte der neuen EP „Franconian Witchcraft“ um Hexerei in allen Formen und Spielarten. Zugleich widmet man sich deutlich klassischeren Metalklängen, ohne sich dabei komplett von den wütenden Wurzeln zu entfernen.

„Witches Sabbath“ unterhält mit seinem gesampelten Intro sämtliche Cathedral-Fans, bevor sich diese erste Monstrosität schließlich doch aufbaut. Furiose Wut und konstanter Drang nach vorne begleiten dieses wütende Machwerk. Der beinahe klassische Death-Thrash-Sound erinnert schon mal an Legion Of The Damned, was nun wirklich nicht die schlechteste Referenz ist. „Salem“ stürzt sich in den Sprint, lässt zwischendurch aber auch etwas Groove zu. Scheppernde Kessel und rasiermesserscharfes Tempo machen den Nackenbrecher perfekt, danach entschleunigt „Sculptor Of Lies“. Erstmals kommen die angekündigten, klassischen Heavy-Metal-Einflüsse stärker durch, der Dreiminüter gibt sich melodisch und energisch.

Nach neun metallischen Jahren ist eine Lieblingserklärung an die Szene nicht verkehrt: „Metal Maniacs“ klingt nach einem potenziellen Live-Wellenbrecher, lässt sich prima mitbrüllen und umschifft geschickt sämtliche Metal-Klischees. Das Ergebnis: eine angenehm unpeinliche, treibende Hymne mit dem gewissen Kick. Musikalisch knüpft „Black Spell Conspiracy“ daran an, wenngleich der Thrash-Anteil wieder steigt. Ein paar fiese Einschübe später lauert auch schon das große Finale. Melodischer, gemeiner und intensiver denn je – „Into The Fire“ bringt die alte und neue Bandschule exzellent zusammen und wirkt im besten Sinne unbequem.

21 kurzweilige Minuten später, verabschiedet sich diese bärenstarke EP schon wieder. Das musikalische Finetuning bekommt The Flesh Trading Company richtig gut, und so bringt „Franconian Witchcraft“ mehr von allem mit. Gerade die ersten Tracks graben sich tief in den etablierten Death-Thrash-Sound ein, danach wird es eine Spur melodischer und vielschichtiger. Selbst für eine echte Riesenhymne bleibt Platz. Es ist keine Hexerei, The Flesh Trading Company haben hier eine kleine Perle am Start, die sich alles an Aufmerksamkeit und Unterstützung mehr als verdient hat.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.03.2020
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/TheFleshTradingCompany

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Category: Magazin, Reviews

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