Nightbearer – Tales Of Sorcery And Death

| 18. Dezember 2019 | 0 Comments
Nightbearer

(c) Testimony Records

Vergangenes Jahr machten Nightbearer erstmals auf sich aufmerksam. Der sägende Death Metal der alten, schwedischen Schule, auf der EP „Stories From Beyond“ vereint, bohrte sich tief in die Wurzeln des Sounds. Nun will das deutsche Quintett höher hinaus und nimmt ein paar Melodien hinzu. Mit Texten zwischen Horror und Fantasy und dem bereits vertrauten Kettensägen-Sound sucht das erste Album „Tales Of Sorcery And Death“ neue Herangehensweisen an vertraute Klänge.

Eine mitreißende Melodic-Granate darf man allerdings nicht erwarten, denn von derlei angepoppten Klängen halten Nightbearer herzlich wenig. So setzt es bloß einen Hauch von Auflockerung, beispielsweise im Titelsong „Tales Of Sorcery And Death“. Die Riffs wirken eine Spur ruhiger und harmonischer geformt, was im krassen Gegensatz zur ruppigen, durchaus frontalen Herangehensweise steht. Das Death-Doom-Monstrum „The Gods May Weep“ führt entsprechende Ansätze komplett ad absurdum. Natürlich lassen sich auch hier melodische Elemente erkennen, doch sind diese bestenfalls eine Randnotiz im lauten Dauerfeuer.

Und somit bleibt es beim schroffen Auftreten der alten Schule, welches die deutschen Nachbarn allerdings zu perfektionieren wissen. Ihr „The Watcher Between The World“ rührt die Kessel mit unheimlicher Präzision und bedrohlichen Gesten, während das eröffnende „Beware The Necromancer“ unter anderem ein wenig Dismember mit auf die Reise nimmt. Zwischendurch eingestreute Auflockerung durch ranzige Harmonien rundet den Track ab. Der fiese Sprint von „All Men Must Die“ frisst sich selbst auf, bevor schließlich das abschließende, melodische Death-Doom-Epos „The Dead Won’t Sleep Forever“ die verfeinerte Ausrichtung auf den Punkt bringt.

Wer die alte Death-Metal-Schule mag, sollte „Tales Of Sorcery And Death“ schätzen. Nightbearer lieben es, mit wechselndem Tempo zu spielen. Fiese Grooves, doomige Anleihen und bleierne Schwere treffen auf nietenbehaftete Sprinter mit Gift und Galle. Das deutsche Quintett das Beste der alten Schule auf sein Debütalbum, kompromisslos vorgetragen und mit Nachdruck aus den Boxen gepustet. Mehr braucht es auch nicht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.12.2019
Erhältlich über: Testimony Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/nightbearer

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Category: Magazin, Reviews

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