Maim – Ornaments Of Severity

| 5. Juni 2017 | 0 Comments
Maim

(c) Soulseller Records

Schwedens Death-Metal-Fabrik läuft seit Jahrzehnten auf Hochtouren – weiter und weiter und weiter. Aktuell melden sich Maim zurück. 2006 gegründet, veröffentlichten die Herren aus Åtvidaberg zwei Alben bis 2011, nur um sich zwischenzeitlich in mehrjährigen Winterschlaf zu begeben. Mittlerweile in abgespecktem Lineup zurück – neben den beiden Gründungsmitgliedern Christian Sandberg und Henric Ottosson zupft Niclas Löfgren seit kurzem den Tieftöner -, widmet sich „Ornaments Of Severity“ natürlich der räudigen alten Schule.

Überraschungen bleiben aus. Natürlich, möchte man fast sagen, denn Maim setzen weiterhin auf den klassischen, rauen Sound der Genre-Anfänge mit dezenten Querverweisen gen Death und Autopsy. Schnell kristallisieren sich zwei Gangarten heraus: schnell und feist oder zäh und kalkulierend. Die wilden, leicht angepunkten Wellenbrecher, wie „Coffin Gloryhole“ oder „Crushing The Tomb“, leben von rumpelndem Demo-Sound und Sandbergs gutturalen, gurgelnden Growls – nicht gerade originell, wohl aber unterhaltsam.

Sobald Maim in den Midtempo-Bereich wechseln, wird es schon ein wenig spannender. „Skeletons“ ist so etwas wie das Bindeglied beider Welten, veranschaulicht aber zugleich auch das Problem der überlangen Arrangements: Wiederholungen am laufenden Band. Selbst gute Ideen, wie der martialische Groove von „With Nails And Bolts“, werden unnötig ausgedehnt. Das kann schon mal ordentlich an die Substanz gehen, meist steckt aber zumindest ein richtig gutes Riff dahinter, das für den etwas mittelprächtigen Aufbau entschädigt.

Klare Sache: Wer Death Metal der besonders alten, schroffen Art mag, sollte „Ornaments Of Severity“ lieben. Natürlich kann man sich über die betont rumpelnde Demo-Qualität und die stellenweise etwas zähen Arrangments streiten, doch rein hinsichtlich Atmosphäre und Bauchgefühl machen Maim auf ihrem Quasi-Comeback-Album einiges richtig. Genre-Fans dürfen beherzt und bedenkenlos zugreifen.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 09.06.2017
Erhältlich über: Soulseller Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/maimdeathmetal

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Category: Magazin, Reviews

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