Svartanatt – Svartanatt

| 22. August 2016 | 0 Comments
Svartanatt

(c) Vincent Widegren

Rock ist zeitlos. Das wissen auch die schwedischen Newcomer Svartanatt (dt. „Schwarze Nacht“), u.a. mit ehemaligen Mitgliedern von Beardfish und The Scrags bestückt, und widmen sich den Klängen der 60er, vermischt mit einigen modernen Elementen von der NWOBHM bis zu bluesig-okkulten Tönen. Aufgenommen in ihrer Heimatstadt Gävle, lebt und atmet das schlicht „Svartanatt“ betitelte Debütalbum den süffigen, mitreißenden und pulsierenden Geist längst vergangener Tage.

Zehn abwechselnd pointierte und ausufernde Songs geben sich auf diesem Einstand die Klinke in die Hand. Mal furztrocken, mal über süffig treiben die Schweden fünf Jahrzehnte Rock-Geschichte vor sich her. Bereits der Opener „Filled Up With Darkness“ hat alles am Start, was die Pioniere schwerer Gitarrenmusik einst durch den Äther jagten. Bluesige Untertöne, schimmernde Fingerübungen an der Orgel und Reibeisen-Vocals treffen auf gewohnt filigrane, exaltierte Arbeit am Sechssaiter. Das mag nun nicht gerade neu klingen, funktioniert aber unheimlich gut.

Natürlich hat sich auch die eine oder andere Rock-Ballade eingeschlichen. An „Thunderbirds Whispering Wind“ dürften sich die Geister scheiden. Sechseinhalb Minuten dauert dieses Machwerk, das lange im ersten Gang zu verharren scheint, schließlich aber die Ausfahrt gen Deep-Purple-Impro-Wahn nimmt. Blackmore und Lord sind im Geiste dabei. Als krasser Gegensatz dazu rockt „Rocket“ in zweieinhalb furztrockenen Minuten mit unheimlicher Wucht, zitiert „Secrets Of The Earth“ die Metal-Ursuppe und nimmt sogar ein wenig NWOBHM mit. Der Mittelweg hört auf den Namen „Demon“ und wirft sogar ein wenig 80s-Schmalz in die Arena.

Gelegentlich kann sich Svartanatts eponymes Debüt schon ein wenig ziehen, gerade wenn sie das x-te Cream-Riff recyceln oder sich an Diamond-Head-Kadenzen versuchen, doch über weite Strecken regieren letztlich doch Spielfreude und hoher Unterhaltungswert. Wer seinen Hard Rock etwas altbacken und vorgekaut mag, sollte an „Svartanatt“ seine helle Freude haben. Nicht jede Idee geht auf, rockbar ist dieser Einstand aber allemal.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 26.08.2016
Erhältlich über: The Sign Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/svartanatt

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Category: Magazin, Reviews

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