Deadsmoke – Deadsmoke

| 21. März 2016 | 0 Comments
Deadsmoke

(c) Heavy Psych Sounds Records

Wenn Deadsmoke auf den Plan treten, wird der Mythos von La Dolce Vita mit tiefster Schwärze und martialischen Feedbackschleifen befeuert. Das italienische Trio kombiniert Sludge mit Doom und steigt in tiefe musikalische wie seelische Abgründe hinab, die stellenweise an Stoner und sogar Drone angrenzen – kein Wunder, dass Heavy Psych hier zugegriffen hat. Nun erscheint das schlicht „Deadsmoke“ betitelte Debütalbum, das eine gute halbe Stunde Psychoterror und Misanthropie verspricht.

Mit ausgesuchter Sperrigkeit und geradezu martialischer Wucht powert sich das Trio durch fünf entrückte Songskizzen, Endlos-Wiederholungen und druckvolle Tieftöner. „Branches Of Evil“ zeigt von Beginn weg, was von Deadsmoke zu erwarten ist: ordentlich Bass, erhaben marschierende Drums, sägende Gitarren und psychedelische Effekte versetzen den Hörer in eine Art Trance, aus der selbst die bissigen, gelegentlich beschwörenden Vocals nicht erwecken können.

Die bleierne Schwere und beachtliche Dichte dieses Konvoluts mag auf den ersten Blick einschüchternd erscheinen, macht aus diesem Einstand allerdings im Endeffekt eine verdammt gute Platte. Einzelne Kapitel herauszugreifen, fällt schwer, denn teils fließende Übergänge und geschickte Wechsel zwischen Zeitlupen-Explosion und bärbeißiger Sludge-Härte lassen „Deadsmoke“ förmlich ineinander laufen, bis keine Einzelteile mehr erkennbar sind.

Anstrengend? Ja, aber es lohnt sich. Deadsmoke debütieren mit puristischem Psychoterror und echter Performance-Kunst. Auch wenn oft über allzu kurze Platten – auch an dieser Stelle – gemeckert wird, so macht die knappe Spielzeit von 31 Minuten im Falle dieses Debüts Sinn. Mehr hält ein gesunder Mensch kaum aus. Was ein Brett!

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.03.2016
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/deadsmokedoom

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Category: Magazin, Reviews

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