Deicide – In The Minds Of Evil

| 22. November 2013 | 0 Comments

Deicide

Was Motörhead für metallisch-punkigen Rock’n’Roll sind, sind Deicide für klassischen Florida Death Metal: Man weiß ziemlich genau, was man bekommt, freut sich über kleinere Überraschungen und hat die Talsohle längst wieder überwunden. Auf „In The Minds Of Evil“, dem bereits elften Studioalbum der US-Amerikaner, ist erstmals Gitarrist Kevin Quirion zu hören, der seit zwei Jahren fix an Bord ist und Ralph Santolla vergessen machen soll.

Von diesem Lineup-Wechsel hört man herzlich wenig, denn „In The Minds Of Evil“ setzt auf sämtliche Deicide-Trademarks – längst erprobt, immer wieder unterhaltsam. Das beginnt bereits beim knüppelharten Titeltrack, für den Steve Asheim sein Schlagzeug durchtritt, während Benton mit seinem infernalen Organ Pesthauch verbreitet. Jedes Kruzifix, das sich bislang noch nicht von selbst umgedreht hat, rotiert beim Einsetzen des ersten von vielen Soli. Jack Owen und Kevin Quirion ergänzen sich, sind hörbar aufeinander eingespielt und jagen quietschende, schrille Solo-Ausflüge durch die Boxen. Sogar ein Hauch von Melodie verirrt sich in diesen Track.

Die übrigen zehn Songs bieten – richtig geraten – mehr davon. Zu den Highlights der Platte zählt „Thou Begone“, das Highspeed-Riffing mit infernalen Groove-Parts und dem obligatorischen Toxic Waltz abwechselt. „Trample The Cross“ macht genau das, was der Titel sagt, setzt die Schlagzahl möglichst hoch an und lässt es im Refrain so klingen, als würde Benton so etwas wie Gesang versuchen. Wer immer noch auf der Suche nach einer echten Melodie ist, wird im Intro von „Kill The Light Of Christ“ fündig, dessen leicht melancholischer Auftakt mit Carcass-Schlagseite jedoch trügt – der Schalter wird umgelegt, impact is imminent.

37 Minuten Death Metal, wie man ihn von Deicide kennt: „In The Minds Of Evil“ versucht erst gar nicht, das Rad neu zu erfinden, doch bei Benton und Konsorten nach Originalität zu suchen, ist wie auf ein Dream Theater-Album ohne Keyboardsolo zu hoffen. Das Quartett aus Tampa zieht konsequent seinen Stiefel durch, bringt elf neue, grundsolide bis unterhaltsame Tracks ohne Durchhänger an und setzt den leichten Aufwärtstrend seit Ende des Roadrunner-Deals weiter fort.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 22.11.2013
Erhätlich über: Century Media (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/OfficialDeicide

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Category: Magazin, Reviews

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