Saxon – Sacrifice

| 6. März 2013 | 0 Comments

Saxon

Seit über 35 Jahren stehen die Engländer Saxon für klassischen Heavy Metal in der Tradition der NWOBHM. Nach unlängst eher durchwachsenen Alben („Into The Labyrinth“ 2009 und „Call To Arms“ 2011) legen die Urgesteine anlässlich ihres immerhin schon 20. Studioalbums endlich wieder eine Schippe Power drauf. Mit „Sacrifice“ liefern Saxon eine Scheibe ab, die ihre Vorgänger um Längen in den Schatten stellt und dabei mächtig auf die Kacke haut.

Intros sind so eine Sache für sich. Beim ersten Mal Anhören sind die meisten okay, wenige herausragend. Das zweite Mal geht auch noch, aber wenn man auch beim fünften Mal am Anfang 1000-PS-Albums durch Vogelgezwitscher und Grillengezirpe, untermalt mit epischen Trommeln und Chorgesängen quälen muss, neigt manch einer dazu, gleich mit dem anschließenden Titeltrack anzufangen. Da legen die Briten um Frontmann Biff Byford nämlich mächtig los und schicken mit „Sacrifice“ und den darauf folgenden „Made In Belfast“ zwei fette Thrash-Bretter ins Rennen, von denen man in der sonstigen Discografie von Saxon nicht unbedingt viele findet.

„Autofahrer aufgepasst!“, heißt es dann bei „Warriors Of The Road“. Ein vorbei fahrender Formel-1-Bolide kündigt dreieinhalb Minuten Vollgas auf der Straße des Schwermetalls an. Wer dieses Lied im Auto hört, sollte nicht vergessen, auf den Tacho zu achten, sonst gibt’s ein Knöllchen. Auch bei den treibenden Klängen von „Guardians Of The Tomb“ oder „Stand Up And Fight“ geht richtig die Post ab und das Verlangen, eine zustimmende Kopfbewegung im Stile des Heavy Metal zu machen, lässt sich unmöglich unterdrücken. Trotz einiger neuer Einflüsse bleiben Saxon ihren Wurzeln aber dennoch treu und verstecken so manche Hommage an die guten alten 80er Jahre in Songs wie „Walking The Steel“ oder „Standing In A Queue“.

Alles in allem gibt es auf dem Album einen klasse Song nach dem anderen. Zwar dauert das Ganze nur knapp 40 Minuten, aber keiner der neun Tracks fällt vom durchgängig hohen Niveau ab. „Sacrifice“ ist um einiges kraftvoller und rasanter als die letzten Veröffentlichungen von Saxon – ein Refresh, der den Stil der Band mit neuen Nuancen bereichert und gleichzeitig weiterhin auf die eingängigen Riffs und die hervorragende Stimme von Biff Byford setzt. In dieser Form dürfen Saxon auf jeden Fall gern noch lange weitermachen.

Wertung 9/10

Erhältlich ab: 01.03.2013
Erhältlich über: UDR Music (EMI Music)

Website: www.saxon747.com
Facebook: www.facebook.com/saxon

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Category: Magazin, Reviews

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