Interview mit Joshua James von Evergreen Terrace

| 19. September 2011 | 0 Comments

Evergreen Terrace

Evergreen Terrace bezeichnen sich selbst als „Road Warriors“. Kein Wunder also, dass der Fünfer aus Florida zum wiederholten Male auf der Hell On Earth-Tour vertreten war. Gitarrist und Gründungsmitglied Josh James erzählte uns warum man auf der Hut sein sollte wenn man mit den Jungs auf Tour ist.

Wie ist die Tour bis jetzt für euch verlaufen?

Bis jetzt haben wir eine Menge Spaß gehabt. Alle fünf Bands sind in einem Bus untergebracht, deshalb waren wir gezwungen Freunde zu werden (lacht). Wir waren mit Unearth, Bane und Casey Jones schon früher auf Tour und es ist wirklich cool mit alten Freunden unterwegs zu sein. Aber auch die Jungs von Nasty sind supernett. Alle Shows waren gut. Wir haben Spaß. Es gibt wirklich keinen Grund sich zu beschweren.

Das ist das erste Mal für euch in Graz, richtig?

Ja. Wir haben zwar schon oft in Österreich gespielt, aber ich glaube Graz war nicht dabei. Wir haben schon ein paar Mal in Wien gespielt und in anderen Städten. Über die Jahre vergesse ich leider die Ortsnamen. Das nervt. Ich fühle mich wie ein Arschloch deswegen (lacht). Es kann sein, dass wir schon einmal hier gespielt haben, aber ich kann mich auch irren. Wenn, dann war es bestimmt nicht in diesem Club. An die Clubs erinnere ich mich immer.

Nein, hier war es höchstwahrscheinlich nicht. Das Explosiv wurde erst letztes Jahr eröffnet.

Das leuchtet ein. Ich denke, dass das ein echt cooler Club ist. Die Bühne ist ideal zum Stagediven. Ich hoffe, die Kids nutzen später die Gelegenheit.

Lass uns etwas über deine Hauptband Evergreen Terrace sprechen. Das letzte Album "Almost Home" kam bereits 2009 auf den Markt. Was hat sich in der Zwischenzeit abgespielt?

Die meiste Zeit waren wir auf Tour. Wir sind schon seit langer Zeit „Road Warriors“. Jedes Mal wenn wir ein neues Album veröffentlichen, machen wir uns sofort auf die Socken und touren was das Zeug hält. Bei „Almost Home“ war das nicht anders. Seit der Veröffentlichung haben wir nonstop getourt. Nach dieser Tour machen wir eine kurze Pause, die wir echt brauchen. Wir haben im Moment keine Pläne eine weitere Platte zu machen.

Das heißt, wir reden hier nicht nur von einer Tour-Pause sondern von einer Art Hiatus?

Nein, Hiatus wäre das falsche Wort. Wir machen einfach Ferien. Ich bin mir sicher, dass wir wieder zurück nach Europa kommen. Vielleicht spielen wir nächsten Sommer ein paar Festival-Shows. Aber jetzt wollen wir uns einfach ein wenig erholen, bevor wir an ein neues Album denken. Wir haben zwar eine Handvoll neuer Songs geschrieben, aber wir verspüren noch keinen Drang ein neues Album zu veröffentlichen. Wir schwimmen erst mal mit dem Strom und schauen was passiert.

Ihr habt mit "Writer's Block" vor einigen Jahren bereits ein Cover-Album veröffentlicht. Gibt es Ideen für ein weiteres Cover-Album oder den einen oder anderen Cover-Song?

Nicht wirklich. Wir haben erst letzten Monat darüber geredet einen neuen Cover-Song zu machen, aber es gibt so viele Möglichkeiten. Wir wissen selbst nicht genau, was wir machen wollen.

Du bist ja zusammen mit Drummer Caleb (James) auch bei Casey Jones tätig. Gibt es noch andere Projekte, in denen Evergreen Terrace-Mitglieder involviert sind?

Nein, nur Caleb und ich. Casey Jones ist ja auf dieser Tour auch dabei. Das ist auch die letzte Tour von Casey Jones in Europa. Danach gibt es noch eine letzte Tour in den USA und Kanada, und das war’s dann mit Casey Jones als Band. Aber das bedeutet nur, dass ich wieder mehr Zeit zur Verfügung habe und eventuell eine neue Band gründe, oder etwas anderes auf die Beine stelle.

Wie anstrengend ist es zwei Shows an einem Abend zu spielen?

Naja, wie du vorher gesehen hast, bin ich seit 45 Minuten hier und mache alle möglichen Fitnessübungen. Zwei Sets in einer Nacht können echt brutal sein, aber es macht trotzdem viel Spaß. Außerdem bin ich nicht mehr so fett, wenn ich nach Hause komme und meiner Freundin gefällt das.

Du hast euch anfangs als "Road Warriors" bezeichnet. Wie gehst du damit um, Wochen oder sogar Monate von zu Hause und deiner Freundin weg zu sein?

Oh Mann, das ist ganz schön hart. Du musst mit einer Menge Geschenke und Blumen zurückkommen und die verlorene Zeit wieder gut machen. Evergreen Terrace gibt es seit zwölf Jahren und wir touren seit elf Jahren. Über die Jahre wird es definitiv nicht einfacher, sondern schwieriger. Aber ich habe eine großartige Freundin. Wir sind seit sieben Jahren zusammen und verlobt. Es braucht einen besonderen Typ von Mädchen mit so einer Situation fertig zu werden. Ich bin ein echter Glückspilz. Du musst einfach die Zeit zu Hause bestmöglich nützen.

Trevor (Phipps) von Unearth hat mir erzählt, dass er und seine Bandkollegen vor jedem Auftritt ein paar Shots trinken. Gibt es bei Evergreen Terrace auch eine ähnliche Tradition oder Regeln, die ihr auf jeder Tour befolgt?

Na klar haben wir Regeln, aber unsere sind ein bisschen anders. Eine Regel ist, dass es nie unsere Schuld ist. Alles was wir sehen, gehört uns. Wohin wir auch gehen, wir brauchen keine Straßen und wir brauchen auch keine Karten und Stadtpläne.

Ist das so in etwa wie "What happens on tour stays on tour"?

(lacht) Es ist so, dass wir uns in Zehnjährige verwandeln, sobald wir auf Tour gehen. Wir benehmen uns einfach wie Idioten. Die einzig wichtige Regel ist: Putz immer deine Zähne!

Spielt ihr anderen Bands auch manchmal Streiche?

Klar. Einmal waren wir zusammen mit Strung Out auf Tour. Am letzten Tag der Tour haben wir einen männlichen Stripper angeheuert, der sich als Cop verkleidet hat. Seine Uniform war sehr realistisch. Ich ging auf die Bühne und sagte den Jungs, dass sie aufhören sollen zu spielen, weil der Polizist eine Ankündigung zu machen habe. Sie haben also die Show unterbrochen. Strung Out waren total besorgt und gestresst. Der Polizist geht also auf die Bühne und keiner wusste was los war, weil Strung Out gerade erst zehn Minuten gespielt hatten. Der Polizist sagt also: „Die Show ist vorbei. Evergreen Terrace haben das angeordnet.“ In dem Moment drehte der Soundtechniker die Anlage auf und fing an „YMCA“ von den Village People zu spielen. Der Stripper reißt seine Klamotten runter und gibt dem Drummer einen Lapdance. Er hatte nur einen String an und darin hatte der noch einen falschen Penis (lacht). Solche Streiche machen eine Tour erst so richtig lustig.

Gehen alle Bands cool mit Streichen um?

Normalerweise lässt sich einschätzen, wie die jeweiligen Bands drauf sind und wie weit man gehen kann. Wir hatten nur sehr wenige Probleme mit anderen Bands. Ich traue mich zu behaupten, dass 99,9 % von den Bands, mit denen wir unterwegs waren, eine großartige Einstellung hatten.

Was macht eine Evergreen Terrace-Show so besonders?

Ich würde nicht sagen, dass unsere Shows so besonders sind. Was uns von anderen Bands abhebt, ist, dass wir versuchen den Leuten zu vermitteln, einfach eine gute Zeit zu haben. Evergreen Terrace ist keine Band mit einer speziellen Message. Uns ist wichtig, dass die Leute all ihre Probleme vergessen, sobald sie den Saal betreten. Sie sollen einfach Gefallen an der Band haben. Wenn sie trinken wollen, sollen sie trinken. Wenn sie moshen wolllen, sollen sie moshen. Wenn sie crowdsurfen wollen, sollen sie crowdsurfen.

Evergreen Terrace gibt es nun seit zwölf Jahren. Wie werdet ihr mit den ständig wechselnden Trends fertig?

Es ist schon schwer mitzuhalten. Bands wie Unearth, Bane und uns gibt es schon seit über zehn Jahren. Wir haben einen gewissen Status in der Szene, weil wir es geschafft haben, uns zu etablieren und innerhalb und außerhalb der Trends zu bestehen. Wir haben alle fantastische Fans, die an unserer Seite stehen. Dennoch ist es hart mitzuhalten, besonders in Amerika. Wenn wir als Support-Band in eine Tour einsteigen wollen, gibt es einen enorm starken Konkurrenzkampf. Die Leute aus der Musikindustrie wollen eben junge, neue Bands. Aber wenn du in einer Band spielst und das das einzige ist, auf was du dich konzentrierst, wirst du keinen Spaß haben. Wir sind mit dem zufrieden, was wir haben, und ziehen unser Ding durch.

Ich habe vorhin einen Blick in den Club geworfen und mir ist sofort das große Merchandise-Angebot aufgefallen. Braucht ihr wirklich so viel?

Nicht wirklich, aber du musst den Raum, den du zur Verfügung hast, doch auffüllen (grinst). Bands verdienen eben am meisten an Merchandise-Artikeln. So wie wir das sehen, versuchen wir den Fans einfach genug Auswahlmöglichkeiten zu bieten, je nachdem wie ihr Style ist. Du kennst doch sicher die Situation, wenn du mit Freunden auf ein Konzert gehst. Beide wollen das gleiche Shirt, aber nur einer kann es kaufen. So findest du womöglich ein anderes Shirt, das dir auch gefällt. Wir versuchen es nicht zu übertreiben, aber dieses Mal haben wir wirklich eine Menge mit. Es ist die Hell On Earth-Tour, also haben wir gedacht, wir verwandeln es in eine Hölle für unseren Merch-Verkäufer (lacht).

Was steht nach dieser Tour auf dem Plan?

Nach dieser Tour fliegen wir nach Hause. Wir haben keine anderen Touren gebucht, aber wir werden wohl ein paar Shows nahe unserer Heimatstadt spielen. Danach heißt es ab in die Ferien bis Weihnachten (lacht). Hoffentlich sind wir nächsten Sommer wieder hier für ein paar Festivals oder Clubshows. Wir werden sehen.

Vielen Dank für das Interview.

Danke.

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