Interview mit Tobias Buck von Neaera

| 9. Juli 2009 | 0 Comments

Neaera

Binnen kürzester Zeit haben sich Neaera an die Spitze des teutonischen Death Metal gespielt. Ihre melodischen Wurzeln haben sie längst abgelegt, nur um mit jedem Album noch eine Spur brutaler, direkter und kompromissloser zu werden. Vorläufiger Höhepunkt ist der aktuelle Rundling „Omnicide – Creation Unleashed“. Gitarrist Tobias Buck verrät, woher der größere Härtegrad kommt, und was zum Henker eigentlich ein Omnicide ist.

Drei majestätisch brachiale Alben in Folge, Charteinstieg in Deutschland, erfolgreiche Touren - wie weit hast du diese rasante Entwicklung verarbeiten können?

Für mich ist es immer noch erstaunlich, wie weit wir es gebracht haben. Ich kann es immer noch gar nicht glauben. Ich meine, wir sind fünf einfache Typen aus Münster und haben die Möglichkeit international Platten zu veröffentlichen und viele Bühnen zu beackern. Das ist unglaublich und damit hätte keiner von uns mit gerechnet.

Hat das im Vorfeld der Aufnahmen zum neuen Album einen gewissen Druck verursacht?

Wir machen uns nie Druck, wenn wir mit dem Schreiben einer neuen Platte beginnen. Wir treffen uns im Proberaum und spielen drauflos. Es wird so lange an einem Song gefeilt bis wir zufrieden sind und es sich für uns gut anfühlt.

Als wir uns am Darkness-over-Xmas kurz vor Neujahr in Henndorf unterhalten haben, war von einer Art Fahrplan mit Aufnahmen im Jänner und dem Mix im Februar geplant. Wie weit konntet ihr diesen einhalten?

Der Zeitplan wurde so eingehalten, wie wir uns das vorgestellt haben. Im Januar haben wir zusammen mit Alexander Dietz und dem Team vom Rape Of Harmonies die Songs aufgenommen und im Februar wurde die ganze Platte dann gemixt und gemastert.

Ganz generell, wie hast du die Aufnahmesessions in Erinnerung?

Die Aufnahmen liefen sehr entspannt ab. Alle waren sehr gut vorbereitet und so konnten wir zügig und entspannt arbeiten.

Ausnahmsweise habt ihr das neue Album nicht von Jacob Hansen, sondern von Zeuss (u.a. Hatebreed) mischen lassen. Was steckt hinter dieser Entscheidung und in wie weit ist daran euer Label beteiligt?

Jacob Hansen hat ja unsere letzten beiden Platten gemacht und wir hatten einfach Lust mal was Neues zu machen. Es war auch eine Art Experiment, da wir bei allen anderen Produktionen immer vor Ort waren. Da Zeuss in den USA lebt, war es uns nicht möglich beim Mixen dabei zu sein. Wir sind aber große Fans seiner Produktionen und so haben wir ihm vertraut. Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Er hat einen super Job gemacht.

Was steckt hinter dem Albumtitel "Omnicide - Creation Unleashed"?

Ein Omnicide ist die Vernichtung allen Lebens auf unserem Planeten durch Menschenhand. Man sieht ja jeden Tag in den Nachrichten, wie wir mit uns untereinander und unserem Planeten umgehen. Wenn wir nicht nachhaltig und bewusst handeln, ist dieses Szenario in naher Zukunft keine Fiktion mehr. Es gibt Kriege und Umweltzerstörung. Wir denken aber trotzdem positiv und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet. Das Thema passt einfach sehr gut zur Musik.

Kannst du mir ein wenig zu den Texten verraten? In wie weit handelt es sich hierbei um eine konzeptionelle Fortsetzung von "Armamentarium"?

Da ich nicht für die Texte verantwortlich bin, möchte ich auch nicht viel verraten. Wir haben immer in unseren Texten über Sachen geschrieben, die uns privat interessieren. Es geht um globale Probleme und Ereignisse, die tagtäglich passieren. Das sind die Themen, die wir schon immer auf unseren Alben behandelt haben, über Liebe und Blümchen zu schreiben ist nicht unser Ding und passt auch nicht wirklich zur Musik (lacht).

Musikalisch seid ihr auf jeden Fall an eurem Vorgänger dran, vielleicht noch ein wenig härter und trockener unterwegs. Gab es einen gewissen Masterplan, als es ins Studio ging?

Wie schon erwähnt, treffen wir uns im Proberaum und spielen drauflos. Einen Plan gibt es nicht. Ich hab das Gefühl, dass wir von Platte zu Platte härter geworden sind. Anscheinend ist das eine natürliche Entwicklung. Aber wer weiß, vielleicht wird die nächste Platte wieder anders. Man kann nie wissen.

Wo würdest du das neue Material selbst einordnen?

Ich würde es bis jetzt unsere härteste Platte nennen, aber das habe ich bei jedem Album gedacht. Sowohl Artwork, als auch der Sound sind bis jetzt das Beste, was wir bis jetzt gemacht haben.

Ihr musstet euer Album um eine Woche nach hinten verschieben. Was genau war passiert?

Es gab Probleme im Presswerk, weil das Packing der Limited Edition sehr aufwendig war.

Mit "I Loathe" habt ihr - noch vor dem Stream - einen Song als Gratis-Download veröffentlicht. Warum diesen Song und wird es dazu auch ein Video geben?

Der Song ist der Opener der neuen Platte, deshalb haben wir ihn gewählt. Ein Video wir es zu dem Song nicht geben. Wir haben ein Video zu dem Song „Prey To Anguish“ abgedreht, das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird.

Zuletzt habt ihr unter anderem auf dem Summer Nights Festival in Österreich gespielt. Was hast du von diesem Gig mitgenommen und wie ist das neue Materl angenommen werden?

Als wir auf dem Gelände ankamen, hat es wie aus Eimern gegossen. Zum Glück kam im Laufe des Tages noch die Sonne raus. Als wir dann abends gespielt haben, haben wir auch zwei neue Songs gespielt, die sehr gut ankamen. Wir hatten das neue Album auch schon eine Woche im Stream bei Myspace, deshalb kannten viele Leute die Songs schon. Es war wirklich eine super Show für uns.

Ihr habt euch bereits einige Festival-Gigs bestätigten lassen. Wird man euch im Herbst wieder auf österreichischen Bühnen sehen?

Wir werden definitiv im Hebst auf österreichischen Bühnen zu sehen sein. Checkt einfach unsere Homepage und unsere Myspace-Seite. Es wird in kürze News geben.

Hier hast du noch die Gelegenheit für ein paar abschließende Worte an unsere Leser und eure österreichischen Fans:

Vielen dank für das Interview und danke an alle, die es lesen. Österreich war immer gut zu uns und wir freuen uns jedes Mal wenn wir die Möglichkeit haben, bei euch zu spielen. Checkt unsere neue Platte aus, es lohnt sich!

Besten Dank für das Interview, und viel Glück für die nächsten Wochen und Monate!

Website: www.neaera.com
Facebook: www.facebook.com/neaeraofficial

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Category: Interviews, Magazin

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