Slomatics – Atomicult

| 6. September 2025 | 0 Comments
Slomatics

(c) Slomatics / Majestic Mountain Records

Belfasts Sludge-Duracell-Hasen reiten wieder: Seit fast zwei Jahrzehnten dominieren Slomatics den nordirischen Underground mit ihrem wahnwitzigen, manischen Sound, der Heavyness mit purer, ungefilterter Manie verbindet und sägende Riffs mit spacigen Effekten verbindet. Sci-Fi-Doom mit Synthesizer, wenn man so will. Majestic Mountain Records wollten auch und sind die neue Heimat des Trios, das mit seinem achten Album „Atomicult“ noch ein Stück größer und abgefuckter rüberkommt.

Bestes Beispiel dafür, wenngleich in aller gebotener Kürze abgehandelt, ist „Biclops“. Das ominöse Mäandern der Synthesizer und die sägend-metallischen Gitarren bilden eine beklemmende wie faszinierende Symbiose, lassen sich ewig treiben und finden doch nie ihr Ziel. Zudem schwebt der Klarrgesang scheinbar durch luftleeren Raum – ein in jeder Hinsicht anderweltliches Happening. Ein solches bietet auch der Vorbote „Phantom Castle Warning“, bloß deutlich lauter und verzerrter. Wütendes Sägen, massig Distortion und futuristische Melodieführung lassen den Sludge-Ansatz sogar noch kaputter klingen, nur um im nächsten Moment so etwas wie eine Hook anzudeuten.

Permanente Zerrissenheit ist quasi die Superkraft dieses Albums und das Herzstück „Physical Witching“ macht dies mit wachsender Begeisterung vor. Dabei klingen Slomatics zunächst wie frühe Genghis Tron, wenn entrückte Synthetik die Führung übernimmt und eine schleppende Doom-Monstrosität vorbereitet. Der hymnisch-klagende Gesang aus den Untiefen des Genres vermittelt hingegen pures Drama, während sich eine imaginäre Schlinge immer enger zieht. Die Antwort darauf heißt „To Ultramegaphonium“ und legt mit donnernden Sludge-Wänden los, kollabiert beinahe unter seiner Last und bezieht aus einer desolaten Zäsur erstaunliche Kraft.

Weiterhin kultivieren Slomatics ihren eigenen Sound und wagen sich mehr denn je in spacig-proggige Gefilde vor. Die zunehmend dominante Rolle von Synthesizern kommt erstaunlich gut und bildet einen mächtigen Kontrast zu den überlebensgroßen, entstellten Gitarrenwänden sowie dem klaren Doom-Gesang. All das sollte, zumindest rein theoretisch, nicht zusammenpassen, macht sich mit dieser Prise Space Rock jedoch unverschämt gut. Slomatics bleiben sich treu und geben sich wahnsinniger denn je – ein Fest für Freunde bekömmlich unorthodoxer Klänge.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.09.2025
Erhältlich über: Majestic Mountain Records

Website: slomatics.com
Facebook: www.facebook.com/Slomatics

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Category: Magazin, Reviews

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