Les Dunes – From Etne To The Edge Of Space

(c) Tina Signesdottir Hult
Vor zweieinhalb Jahren mit ihrem eponymen Album erstmals aufgezeigt, nun auf Bestätigung hoffend: Das norwegische Trio Les Dunes verzichtet weiterhin auf große – oder gar irgendwelche – Worte und rückt stattdessen erneut die Magie der Musik in den Mittelpunkt. Diese zeigt sich rein instrumental, irgendwo zwischen Post Rock und 90s-Slowcore angesiedelt, voller Momente intimer Schönheit und episch angehauchter Intensität, wie der Soundtrack eines nie gedrehten Films. „From Etne To The Edge Of Space“ spinnt die Story in sieben neuen Kapiteln weiter.
Das Herzstück dieser Platte findet sich beinahe am Ende: „Vangen“, dieser zehnminütige Gigant, in dem eigentlich wenig passiert. Und exakt das macht die schwer in Worte zu kleidende Magie der Nordlichter aus. Ruhig und beständig fließt der Track, nimmt nur langsam neue Spuren hinzu und blüht in Zeitlupe auf. Die singende Gitarre kämpft sich immer wieder in Vordergrund, ringt mit einem herrlich kraftvollen Basslauf und nicht minder energischen, dennoch songdienlichen Drums. Aus dieser Mixtur entsteht ein zunehmend komplexes Gebilde, in bester Post-Rock-Manier auf ein überdimensionales Crescendo hinarbeitend, das sich jedoch vornehm im Hintergrund hält. Und dann, urplötzlich, ist alles vorbei.
Wenngleich die Band derlei Intensität nicht mehr erreicht, spielt sich auch das übrige Album auf starkem Niveau ab. Da wäre beispielsweise das behutsam schleichende „AGF“, das konstant in Aufbruchsstimmung bleibt, oder „Pax“, das vergleichsweise klassische Post-Rock-Muster kurz vor Schluss aufbremst. Erstaunlich forsch gibt sich „Den Hopsack“, für Les Dunes geradezu heavy umgesetzt, frontal und intensiv, dennoch nie über die imaginären Stränge schlagend. Und im abschließenden, ebenfalls überlangen Titelsong ziehen die Norweger nochmals sämtliche Register und arbeiten auf ein himmlisches, geradezu lebensbejahendes Crescendo hin – mit hörbarem Erfolg.
Streng genommen passiert hier herzlich wenig, und das geht mehr als in Ordnung. Les Dunes lassen die Musik für sich sprechen, und so darf jeder Track kommen, in die gewünschte Richtung ziehen, gerne unerwartet, doch immer wunderbar. Der überstrapazierte Klangreise-Begriff passt perfekt zu „From Etne To The Edge Of Space“, das instrumentale Gitarrenmusik und Slowcore mit wachsender Begeisterung auskostet und durch existenziellen Nebel schwebt. Bis zum nächsten Regenbogen. Ein mehr als gelungenes zweites Album.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 05.09.2025
Erhältlich über: Kapitän Platte (Cargo Records)
Facebook: www.facebook.com/Lesdunesband


Letzte Kommentare