Void Of Light – Asymmetries

| 29. März 2026 | 0 Comments
Void Of Light

(c) Void Of Light / Ripcord Records

Wenn die Vergangenheit die Maske fallen lässt und die Gegenwart nach definitiven Wahrheiten sucht, dann entstehen Spannungen, innere Konflikte, aber auch Reflexion und neue Perspektiven. Diesem abstrakt anmutenden Konzept widmen sich aktuell Void Of Light. Nach zwei Kleinformaten wagt sich das schottische Sextett an ein komplettes Album, das sich mit bislang vertrauten Post-Metal-Klängen auseinandersetzt und zugleich nach frischen, kontrastreichen Ansätzen sucht. „Asymmetries“ ist der überaus passende Titel für diesen spannenden Full-Length-Einstand.

Fünf überlange Kapitel zwischen acht und elf Minuten Spielzeit zwingen wieder und wieder in die Knie. Als erster Vorbote erschien ausgerechnet das Finale: „Mirrorings“ illustriert den Spagat dieser Platte dafür richtig stark. Schnell bäumt sich das Konvolut auf, mit wütender Aggression, bleierner Schwere und heiseren Screams. Vergleiche mit Isis und Cult Of Luna kommen nicht von ungefähr. Mehr und mehr Melancholie hält Einzug, doomig und anmutig, von Klargesang mit drastischen Gesten begleitet. Das hat einen überraschenden Dark-Metal-Touch, trägt sogar gewisse Gothic-Elemente in sich, und geht mit seiner konsequenten Reduktion in der zweiten Hälfte unter die Haut. Erneutes Durchstarten im Schlussakt passt ins Bild.

Wie „Ends“ hingegen direkt in media res startet und erst einmal mit Nachdruck überrollt, hat ebenso Charme. Die drückende, dreckige Intensität und fast unerträgliche Heavyness macht Laune, speziell wenn semi-klare Gitarren mit donnernden Drums kollidieren. Konsequente Entschleunigung in weiterer Folge, erneut dezent doomige Ansätze, gefolgt von einer schwarzmetallischen Explosion im Vollsprint – kann man machen, brennt sich ebenso ein wie der majestätische Opener „The Passing Hours“. Getragenes Tempo und schroffe Wucht finden prima zusammen, wieder und wieder von kurzen Zäsuren unterbrochen und auf bizarre Weise schimmernd.

Sehr vertraut und sehr frisch zugleich – dieser Spagat geling Void Of Light auf mitreißende Weise. Das erdrückende, monolithische Grundgerüst nimmt alles mit, was zu einer guten Post-Metal-Platte gehört, und garniert das mit einer mal beklemmenden, mal bizarren Form von Melodik, deren Düsternis bekömmliche, angenehm unerwartete Akzente setzt. „Asymmetries“ mag diese kleinen, aber feinen Ungereimtheiten, die mit Gleichförmigkeit brechen und die eigene Identität in den Mittelpunkt rücken. Gezieltes Operieren neben der Spur unterstützt die omnipräsente Heavyness erstaunlich gut und sorgt für die nötige Würze. Void Of Light legen ein von vorne bis hinten richtig feines, mitreißendes erstes Album vor und schicken sich an, schon bald an vorderster Front mitzuspielen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.04.2026
Erhältlich über: Ripcord Records

Facebook: www.facebook.com/voidoflightband

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Category: Magazin, Reviews

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