Monstrosity – Screams From Beneath The Surface

| 10. März 2026 | 0 Comments
Monstrosity

(c) Tim Hubbard

Geduld ist im Hause Monstrosity Pflicht. Immerhin dauerte es dieses Mal ’nur‘ schlanke siebeneinhalb Jahre zwischen zwei Alben, dafür gibt es gleich zwei personelle Veränderungen – aus dem Jahr 2021, jetzt aber erstmals hörbar. Einerseits wirkt Bassist Mark van Erp erstmals seit dem Einstand „Imperial Doom“ aus dem Jahr 1992 wieder aktiv mit, andererseits ersetzt Ed Webb (u. a. ehem. Massacre) nun Mike Hrubovcak (Azure Emore, House By The Cemetary) an vorderster Front. Gemeinsam zerlegen die Florida-Death-Veteranen einmal mehr alles, was sich in den Weg stellt. „Screams From Beneath The Surface“ ist das erwartete Festmahl für Freunde der alten Schule.

Tracks wie „The Colossal Rage“ machen recht schnell deutlich, dass Monstrosity rein gar nichts verlernt haben. Webbs tiefe, gutturale Growls passen perfekt zum gewohnt rohen, ruppigen Sound, der mit wachsender und kompromissloser Begeisterung nach vorne geht. Hohes Tempo, ungestüme Wut und rasiermesserscharfe Soli mit technischem Anspruch erfüllen sämtliche Erwartungen. Mehr davon gibt es vor allem im Mittelteil, sei es das unfassbar brutale „Blood Works“ mit seinem Vollsprint oder das dezent angethrashte „Fortunes Engraved In Blood“, das inmitten aller Urgewalt ein paar giftige Riffs und sogar einen Hauch von Groove ausspuckt.

Eingerahmt wird dieses siebtes Studioalbum von den beinahe obligatorischen monströsen Giganten. Wie der über sechseinhalb Minuten lange Opener „Banished To The Skies“, der erstaunlich anspruchsvoll beginnt, sogar ein paar Melodien andeutet und sich über erdrückende, bleierne Schwere in diese – pardon – Monstrosität vorarbeitet. Mehrstimmige Leads, betonte Schwerfälligkeit und komplexe Tech-Death-Strukturen fordern ebenso heraus wie das etwas kürzere, dennoch nicht minder zerstörerische „Veil Of Disillusion“. Die Handbremse wird gelockert, der Nackenrotor kreist unaufhörlich, nur um mittendrin mit vertrackten Ausritten und Spielwitz zu überraschen – natürlich so abgefuckt wie immer.

Auch in neuer Besetzung bleiben Monstrosity verdammt stark. Ihr neuestes Quasi-Comeback-Album gibt sich herrlich kaputt und ungeschliffen, trifft mit Anlauf in die Magengrube und bearbeitet in weiterer Folge die Nackenwirbel mit wachsender Begeisterung. Zwischen derben, rasenden Sprintern und komplexen Tech-Death-Ausritten mit proggiger Note serviert „Screams From Beneath The Surface“ so ziemlich alles, was man sich erwarten konnte. Webb ist eine starke Besetzung an vorderster Front und verleiht der räudigen Präsentation die nötige Würze. Die Florida-Death-Urgesteine langen erneut beherzt zu und machen Bock auf mehr … sofern es nicht gerade ‚mehr Wartezeit‘ ist.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.monstrosity.us
Facebook: www.facebook.com/MonstrosityOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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