Death Of Youth – Nothing Is The Same Anymore

| 16. Februar 2026 | 0 Comments
Death Of Youth

(c) Death Of Youth

Die Ängste, Wunden und ungewollten Bruchstellen der Gegenwart begleiten den Sound von Death Of Youth. Ursprünglich 2018 als Soloprojekt im Schlafzimmer von Frontmann Rob David entstanden, nahm er sich nach zwei EPs eine kurze Auszeit, bevor der Londoner 2024 mit einer kompletten Band zurückkehrte und diverse Shows spielte. Das erste komplette Album „Nothing Is The Same Anymore“ erscheint bei gleich sieben europäischen und amerikanischen Labels in diversen Formaten und treibt den wütenden, furiosen und zugleich verletzlichen Hardcore-Sound zu neuen Höhen an.

Songs wie die emotional aufgeladene Kampfansage „Fix Your Heart Or Die“ rütteln wach, verleihen Rückenwind und kämpfen doch mit omnipräsentem Blei, das auf den Boden der Tatsachen zieht. Sympathische Screamo-Einflüsse kollidieren mit melodisch-metallischem Hardcore, dazu kommen wütende, intensive Shouts, die gelegentlich in Screams, dann wieder in Spoken Word umschlagen. Gewisse angenehme Erinnerungen an Touché Amoré werden wach. Das hat durchaus etwas von „Performance Art“, wobei der unfassbar rohe, aggressive Ansatz richtig gut kommt. Death Of Youth nehmen Fahrt auf, imaginäre Wolken ziehen auf, die Stimmbänder werden bis zum Zerreißen gespannt.

Der abschließende Titelsong „Nothing Is The Same Anymore“ spielt mit jenem Hauch von Melodie, der den Londonern gut zu Gesicht steht – meist nur irgendwo im Hintergrund mitlaufend und zugleich wie ein Rettungsanker im Ozean kantiger Eskalation anmutend. Dass der Opener „Desensitised“ hat, das Quasi-Gegenstück und eigentlich auch nicht, passt wunderbar ins Bild. Nach einem kurzen Intro explodieren Death Of Youth am Stand, die Vocals klingen heiser bis blechern und doch voller Emotionen, bevor melodisch-melancholisches Kargland in einer kurzen Zäsur vorsichtig, aber eindrucksvoll an die Oberfläche dringt.

Bloß 25 Minuten dauert der Spuk, bleibt aber hängen und hallt noch lange nach. Natürlich ist der emotional aufgeladene, derbe und doch nachdenkliche, schonungslose Hardcore-Ansatz von Death Of Youth alles andere als neu. Jedoch sind wenige so stark wie die Herren aus der englischen Hauptstadt, die mit diesem ersten Album beherzt abräumen. „Nothing Is The Same Anymore“ ist knüppelhart und doch fragil, forsch und im richtigen Moment zurückhaltend, voller Gefühl und zugleich mit scharfen, spitzen Kanten versehen. Wer seinen Hardcore roh, dynamisch und metallisch mag, ist bei diesem starken Einstand goldrichtig.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.02.2026
Erhältlich über: Engineer Records / Cat’s Claw Records / Sell The Heart Records / Remorse Records / Dancing Rabbit Records / Vina Records / Pasidaryk Pats Records

Facebook: www.facebook.com/DeathofYouthUK

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Category: Magazin, Reviews

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