Kreator – Krushers Of The World

| 16. Januar 2026 | 0 Comments
Kreator

(c) Robert Eikelpoth

Kreator haben aktuell ohne Frage einen gewaltigen Lauf. Auf „Phantom Antichrist“ fanden die Thrash-Urgesteine die richtige Mischung aus geifernder Härte, mitreißender Epik und packenden Texten und kultivieren diese bärenstarke Schnittmenge seither, was sie zu Fixgästen in den oberen Album-Chart-Regionen machte. Nach einem überaus erfolgreichen Jahr abseits der Bühne mit Kinofilm und Mille Petrozza Bestseller-Autobiografie geht es zurück zur Musik: Das 16. Studioalbum „Krushers Of The World“ besinnt sich mit ausgesuchtem Nachdruck auf sämtliche Stärken und setzt die aktuelle Serie erwartungsgemäß fort.

„Seven Serpents“ tastet sich über ein ausgedehntes, melodisches Intro heran und geht urplötzlich durch die Decke. Brachiale Wucht, angedeutet hymnische Leads und ein gewohnt aggressiver Mille Petrozza stellen die Zeichen schnell auf Wellenbrecher, spucken mittendrin einen Mitbrüll-Part aus und lassen an anderer Stelle sogar epische Chöre auftreten, ohne vom Kurs abzukommen. Das ist mindestens so stark wie „Tränenpalast“, Petrozzas Tribut an den Horrorfilm-Klassiker ‚Suspiria‘ von Dario Argento. Die grandios heisere Zweitstimme kommt von Britta Görtz (Hiraes), die dem im Hauptteil eingängigen, hymnischen Track ordentlich Dreck und Aggression verleiht. Kann man so machen, ist verdammt gut.

Und so wächst dieses Album weiter und weiter. Wie in „Psychotic Imperator“, dessen Titel sich wunderbar auf zahlreiche historische und gegenwärtige Figuren umlegen lassen kann. Furiose Uptempo-Parts, infernale Chöre am Höhepunkt und fantastische Soli bringen sämtliche Kreator-Welten zusammen. Wer die melodische Seite der Band liebt, wird in „Satanic Anarchy“ fündig, das rund um seine angepissten Strophen sofort ins Ohr geht und selbst mit der Gitarrenarbeit erstaulich klassisch ausfällt. Darf es härter und unmittelbarer ausfallen? „Deathscream“ kotzt sich selbst im zwischenzeitlichen Midtempo-Bereich mit wachsender Begeisterung aus und zwingt auf bekömmliche Weise in die Knie.

Selbstverständlich weiß man mittlerweile, was man bei Kreator bekommt, und doch übertreffen sich die Thrash-Meister einmal mehr. Tatsächlich gelingt es ihnen erneut, ungefilterte Härte, hymnische Epik und brachialen Feinschliff auf außergewöhnlichem Niveau zusammenzuführen, Widersprüche unter einen gemeinsamen Hut zu bringen. „Krushers Of The World“ hat alles, was bereits die Vorgänger auszeichnete, braucht vielleicht den einen oder anderen Anlauf mehr, lässt dafür nicht mehr los. Zehn von vorne bis hinten starke Tracks, kein bisschen Füllmaterial und die richtige Balance aus thrashender Urgewalt und monumentalem Songwriting unterstreichen die Größe Kreators. Besser geht’s kaum.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 16.01.2026
Erhältlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Website: www.kreator-terrorzone.de
Facebook: www.facebook.com/KreatorOfficial

Slider-Pic (c) Robert Eikelpoth

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Category: Magazin, Reviews

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