The Mist – The Dark Side Of The Soul (An Anatomy Of The Soul)

| 1. November 2025 | 0 Comments
The Mist

(c) Alexandre Biciati

Zwischen 1989 und 1995 veröffentlichten The Mist mehrere hochspannende Alben, die sehr südamerikanisch geprägten, aggressiv angelegten Thrash Metal mit klassischen Heavy-Einflüssen und poetischen bis philosophischen Texten verbanden. Mehr als zwei Jahrzehnte aufgelöst, gab es 2018 zunächst ein Live-Comeback, einzig Frontmann Vladimir Korg blieb letztlich über und scharte eine neue Mannschaft um sich. Nach einer bereits unterhaltsamen EP gibt es nun, stramme 30 Jahre nach „Gottverlassen“, mit „The Dark Side Of The Soul (An Anatomy Of The Soul)“ tatsächlich ein neues Album.

Und das fällt ordentlich ambitioniert aus: Ein Konzeptalbum sollte es werden, das in drei Abschnitten die Fragilität des Lebens, die Verbindungen zwischen Körper und Seele, und schließlich das (vermeintliche?) Ende des Seins thematisiert. Mit dem wuchtigen, drückenden „The Curse Of Life“ legen The Mist los und drehen die Uhr einige Dekaden zurück. Korgs gallige, heisere Vocals fahren durch Mark und Bein, die Rhythmusabteilung macht ordentlich Dampf, während furiose Riffs und große Melodiebögen die Gitarren antreiben. Gerade die fast hymnischen Abschnitte erinnern zeitweise sogar ein wenig an Kreator.

„(Lungs) – Death Is Alive Inside Me“ bemüht ein ähnliches Rezept, verbindet wütende Uptempo-Attacken mit eingängigen Momenten und fast proggigen Einschlägen, während das Atmen immer schwerer fällt. Sogar für drückenden Groove bleibt etwas Platz. Drückende, kompromisslose Tracks Marke „(Brain) – Geppetto’s Song“ und „(Bones) – Lesson Lived, Lesson Learned“ servieren hingegen relativ direkten, unmittelbaren Thrash, weiterhin mit komplexen Untertönen und doch richtig schön heavy. Schließlich sieht „(Death) – Return To Sender“ Körper und Seele am finalen Scheideweg und garniert das mit einem grandiosen Solo, begleitet von überdimensionalen Moshparts.

Anspruchsvolles bis verworrenes Konzept trifft mächtigen, heftigen und gelegentlich durchaus filigranen Thrash: The Mist suchen ein weiteres Mal ihren ureigenen Weg zwischen allerlei Genre-Extremen und fahren damit richtig gut. „The Dark Side Of The Soul (An Anatomy Of The Soul)“ braucht ein wenig Anlauf, gerade ob der Vielzahl an Parts, dem stetig wechselnden Tempo und den bewusst überdimensionierten melodischen Einschüben, doch klappt all das letztlich hervorragend, findet prima zusammen und schafft einen mehr als bekömmlichen Thrash-Bastard, dem nie seine kompromisslose Brutalität verlorengeht. The Mist kehren richtig, richtig gut zurück.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.11.2025
Erhältlich über: Alma Mater Records

Website: www.themistband.com
Facebook: www.facebook.com/themistband

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Category: Magazin, Reviews

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