Interview mit Under Destruction

| 18. November 2012 | 0 Comments

Under Destruction

Ein waschechter Geheimtipp in Sachen Melodic Death Metal kommt aus der Steiermark. Under Destruction haben sich in den zwei Jahren seit ihrer Debüt-EP „Devastated“ musikalisch mächtig vorwärts bewegt und bauen neben Live-Erfahrung (u.a. als Support von Hatesphere, Madball und Kontrust) auf einen deutlich verfeinerten Sound. „Origin“, das erste Album des Quintetts, wurde in den Audioriot Recordings Studios unter der Regie von Bassist Stefan Kaschel aufgenommen und legt neben dem wackeligen Klargesang auch jegliche Scheu vor großen Namen ab. Warum man neuerdings nur mehr growlt und welche Vor- und Nachteile es hat, im eigenen Studio aufzunehmen, verraten die Steirer im Interview.

Zugegebenermaßen war mir der Name Under Destruction bis dato fremd. Könnt ihr einen kleinen Überblick eurer Bandgeschichte bis zum Release von "Origin" geben?

Angefangen hat alles 2004, als Skateboarden langweilig wurde und wir an einem Nachmittag in einem Skatepark entschieden, eine Band zu gründen. Die Gründungsmitglieder sind David (Gitarre), Christopher (Gitarre) und Stefan (Drums). Michael, ein gemeinsamer Freund, wurde gebeten, Bass zu spielen und so haben wir angefangen, unsere Instrumente zu lernen. Dann folgten zwei Jahre des Übens und Probens, danach haben wir ein paar Auftritte gespielt. Irgendwann mussten wir uns von unserem Bassisten Michael trennen. Das läutete eine neue Ära ein, weil wir beschlossen, härtere Musik zu machen. Wir holten unseren Sänger Daniel und den neuen Bassisten Maximilian an Bord. Dann entstanden die Lieder, die auf der „Devastated“ EP sind. Nach „Devastated“ haben wir neue Nummern geschrieben, die schon mehr in die Richtung von unserem jetzigen Sound gingen. Zwei davon haben wir auch aufgenommen und auf „Promo 2011“ veröffentlicht. Die Promos sind bei unseren Konzerten verschenkt worden. Nach „Promo 2011“ hat uns Maximilian verlassen, unser neuer Bassist Stefan ist eingestiegen. Wir haben uns vom Clean-Gesang verabschiedet und uns irgendwann im Melodic Death wiedergefunden. Danach ging’s ans Songwriting für „Origin“ und dann im Sommer 2012 ins Studio.

Wo liegt euer gemeinsamer musikalischer Nenner? Welche Epochen, welche Bands / Musiker und welche, um das etatmäßige Schubladendenken heraufzubeschwören, Genres haben euch entscheidend beeinflusst?

Unser gemeinsamer musikalischer Nenner ist die Musik, die wir jetzt machen. Wir fünf hören zu einem gewissen Teil die gleichen Bands, zum Beispiel Machine Head, Amon Amarth oder Heaven Shall Burn, aber unsere Geschmäcker gehen natürlich über Metal hinaus und sind halt doch verschieden. Unsere Einflüsse sind also sehr zahlreich und schwer zu definieren, aber definitiv beeinflusst hat uns der Schweden-Tod mit Bands wie At The Gates und Amon Amarth.

Als Bandnamen habt ihr den eigenwilligen Begriff Under Destruction gewählt. Was steckt dahinter?

Entstanden ist der Name durch einen Versprecher von unserem Gitarristen am Gründungstag der Band. Wir haben über die zukünftige Bandhomepage geredet und er wollte „under construction“ sagen. Herausgekommen ist „Under Destruction“.

Zum Songwriting: Wie geht das Songwriting bei euch vor sich? Gibt es so etwas wie einen Hauptsongwriter, erarbeitet ihr alles gemeinsam, oder bevorzugt ihr das selbstständige Ausarbeiten von Ideen (sprich jeder für sich)?

Früher haben wir alle Songs gemeinsam im Proberaum geschrieben, das war immer ein sehr langer Prozess. Die Hauptideen sind instrumental immer von David, unserem Gitarristen und auch geistigem Vater der Band, gekommen. Irgendwann hat er angefangen, seine Ideen zu Hause aufzunehmen, und hat, statt nur Ideen zu sammeln, ganze Songs geschrieben und als Pre-Productions aufgenommen. Er ist der Hauptsongwriter.

Mit welchem Ziel seid ihr ins Studio gegangen? Habt ihr euch bestimmte Vorgaben oder Regeln gemacht, bspw. wie es zu klingen und wie lang die Platte zu dauern hat, oder habt ihr mehr oder minder darauf los gespielt?

Die Songs standen, bevor wir ins Studio gegangen sind, so ziemlich zu 100 %. David hat von allen Songs Pre-Productions gemacht, um zu sehen, wie sie aufgenommen klingen, ob die Teile harmonieren, ob die Längen passen usw. Vorgaben und Regeln hat es in der Vorbereitungszeit schon gegeben, wir haben uns einen fixen Zeitplan aufgestellt, wann alle Nummern aufnahmebereit sein müssen, sonst wären wir sicher bis jetzt noch nicht im Studio gewesen. Soundmäßig haben wir uns vorgenommen, dass es ein raues, brutales Album ohne klinisch-sterilen Sound werden soll.

Ihr habt euer Album in Eigenregie aufgenommen, begünstigt dadurch, dass euer Bassist Stefan ein eigenes Studio besitzt. War für euch sofort klar, für die Aufnahmen "unter euch" zu bleiben, oder gab es Gedanken, einen externen Produzenten heranzuziehen?

Im Vorfeld der Album-Produktion haben wir kurz mit einem Label verhandelt, das Album mit deren Hilfe zu produzieren und zu vertreiben. Im Endeffekt haben wir uns dann aber dagegen entschieden, da es für uns unter dem Strich teurer geworden wäre und wir die bestehende Infrastruktur, also eben das Studio von unserem Bassisten Stefan, gut nutzen wollten, was unter der Flagge des Labels nur bedingt möglich gewesen wäre. Stefan war zwar nicht ganz glücklich darüber, seine eigene Band mischen zu müssen, aber er hat uns alle damit sehr beeindruckt. Wir sind mit dem Sound sehr glücklich.

Welche Vor- und Nachteile hat(te) es, unter sich zu bleiben?

Die Vorteile waren natürlich vorhanden, man kommuniziert viel offener wenn man sich kennt und sitzt nicht schüchtern im Studio, man hat viel mehr Möglichkeiten. Die Nachteile: Wir sind eine Band, bei der man sagen könnte, dass der eine oder andere vielleicht gelegentlich ein bisschen stur ist, was dann natürlich phasenweise schwierig für alle Beteiligten war.

Was steckt hinter dem Albumtitel "Origin" und in welcher Verbindung steht er zu den Texten? Folgen diese möglicherweise einem Konzept?

„Origin“ bedeutet ‚Ursprung‘ oder ‚Herkunft‘, der Song „Origin Of The Blight“ und der Gedanke daran, dass es unser erstes Album ist, hat die Entscheidung für den Albumnamen „Origin“ geprägt.

Welche Bedeutung hat das Artwork für euch bzw. was soll es ausdrücken? In wie weit ist es mit euch und/oder den Texten eures Albums verbunden?

Auf eine gewisse Art und Weise haben schon alle Songtexte einen Bezug zum Albumnamen, auch das Artwork ist vom Song „Origin Of The Blight“ inspiriert. Es geht um den Ursprung des Verderbens, im Cover so ausgedrückt, dass ein Mensch, der wie eine Pflanze aus dem Boden wächst, quasi noch bevor er voll entwickelt im Leben steht, sich viel mit Verderben auseinander setzen muss, was durch die Sonnenstrahlen symbolisiert ist.

Die Songs "Fire" und "Ice" operieren als die beiden "Guardians"-Teile. Was hat es mit diesem Zweiteiler auf sich, wovon handelt er?

Die zwei Songs sind, wie übrigens auch einige andere am Album, Interpretationen einer inzwischen doch recht bekannten Geschichte. Was genau, möchten wir offen halten, wer sie kennt, wird die eine oder andere Anspielung beim Lesen der Texte erkennen.

Auffällig ist, dass ihr mittlerweile auf Klargesang verzichtet. Woran liegt das und ist diese Entscheidung endgültig?

Die Entscheidung ist endgültig. David hat gemeint, er will sich voll aufs Gitarre spielen konzentrieren.

Was hat sich eurer Meinung nach - abgesehen vom fehlenden Klargesang - im Vergleich zu euren beiden vorangegangenen Releases verändert?

Wir sind härter und teilweise schneller geworden, das Songwriting von David hat einen komplett anderen Level erreicht, er schreibt durchdachte eingängige Nummern und hat ein super Gespür dafür, was ein Song braucht, um nach uns zu klingen. Allgemein könnte man vielleicht sagen, dass wir ein bisschen erwachsener geworden sind und mittlerweile genau wissen, was wir wollen.

Ihr hattet Probleme mit eurer Releaseshow, musstet zunächst die Location ändern und danach kurzfristig absetzen. Woran lag es und gibt es bereits einen Nachholtermin?

Die Location musste nicht geändert werden, aber wir mussten das Datum um zwei Wochen nach hinten verschieben, weil beim Buchen des Termins ein Missverständnis passiert ist. Beim Releasetermin hat sich unser David leider eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, ist zwei Stunden vorm Auftritt krank geworden und hat einfach nicht spielen können. Nachholtermin gibt es keinen, die nächsten Shows sind schon bald und das ist okay für uns. Einen neuen Releasetermin zu organisieren und einzuschieben, wäre sich nicht ausgegangen.

Aktuell habt ihr zwei Konzerte für diesen November geplant. Sind bereits weitere Tourdaten in Arbeit? Könnt ihr bereits ein paar Dates bestätigen?

Zur Zeit gibt es noch keine weiteren fixen Termine, wir würden aber gerne dieses Jahr noch weitere Shows spielen. Veranstalter oder Bands können sich gerne via booking@underdestruction.at melden, wir sind motiviert für Shows.

Generell, wie sehen eure Pläne für die kommenden Wochen und Monate aus?

Shows suchen und spielen, das Album promoten, auf die Reviews warten und regelmäßig proben, um auch kurzfristige Termine spielen zu können. Generell geht es in nächster Zeit darum, unsere Musik unters Volk zu bringen.

Was macht Under Destruction einzigartig?

Christoph Brandes, der unser Album gemastert hat, meint, wir sind „der österreichische Panzer mit schwedischem Kennzeichen“. Das hört man sicher auch nicht alle Tage.

Vervollständigt diesen Satz: "2013 wird das Jahr von Under Destruction, weil..."

„…wir viele Shows spielen und viel Spaß dabei haben werden!“

Abschließend darf ich um einige letzte Worte bitten:

Wir freuen uns über jede(n) Einzelne(n), die/der zu unseren Konzerten kommt, eine CD oder ein Shirt mitnimmt, oder uns weitere Live-Shows zukommen lässt. booking@underdestruction.at – book us!

Vielen Dank für eure Zeit. Im Namen von Demonic-Nights wünsche ich euch alles Gute für "Origin"!

Website: underdestruction.at
Facebook: www.facebook.com/UnderDestruction.AT

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