Ambassador Gun – Golden Eagle

| 13. November 2012 | 0 Comments

Ambassador Gun

Vor zwölf Jahren gründeten die High School-Freunde Luke Olson und Tim Sieler in Minnesota Ambassador Gun als Spielweise für ihre Vorliebe für Punk, Neurosis und Grindcore. Nach zahlreichen Umbesetzungen und dem 2009 erschienenen Debütalbum „When In Hell“ fand man in Drummer Patrick Ruhland endlich einen ausgewiesenen Grind-Liebhaber, womit die Richtung für das Trio vorgegeben war. Ein paar Kleinformate später ist man bei Prosthetic Records gelandet, wo nun das zweite Full-Length-Werk „Golden Eagle“ erscheint; ein Leckerbissen für Fans von Nasum und Skitsystem.

Der Sound der US-Amerikaner ist schnell erklärt: direkt und unverblümt auf die Zwölf, ohne Rücksicht auf Verluste. Doch aufgepasst, Ambassador Gun halten nichts von stumpfem Geballere und haben wesentlich mehr zu bieten. So behandelt ein Großteil der Texte auf „Golden Eagle“ die indianische Kultur in Nordamerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts und greift damit so heikle Themen wie Krieg, Mord und Unterdrückung, wie Luke Olson es formuliert, auf. Apropos Olson: Gemeinsam mit Tim Sieler teilt er sich die Vocals auf diesem Wutbrocken, eingeleitet von fiesem Feedback und der Abrissbirne „Wounded Knee“. Gerade die kurzen Midtempo-Parts mit ordentlich Groove und bleierner Schwere machen Laune, sorgen für entsprechend Dynamik.

So geht es natürlich nicht durchgehend weiter, „Warpainted“ oder „Circle The Lord Of Flies“ treten das Gaspedal durch, das ungelenk hoppelnde „Crack Ikon“ bietet verwirrende, dennoch lohnenswerte Ablenkung. Neu ist das freilich nicht, auch der Sound – Sieler selbst kümmerte sich für die Aufnahmen – ist selbst für Underground-Fetischisten eine kleine Herausforderung, fängt den Wahnsinn der drei US-Amerikaner oft nur unzureichend ein. Gerade mit einem talentierten Schlagwerker wie Patrick Ruhland dürften die Drums auch auf den Punkt aufgenommen sind. Freilich sind das nur Peanuts, denn auch mit Schönheitsfehlern (vielleicht gerade deswegen) macht „Golden Eagle“ Spaß und geht wiederholt an die Substanz. So und nicht anders.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 16.11.2012
Erhätlich über: Prosthetic Records (Sony Music)

Website: ambassadorgun.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/ambassadorgunmpls

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Category: Magazin, Reviews

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