Lit – The View From The Bottom

| 14. Juli 2012 | 0 Comments

Lit

Ende der 90er bis ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende haben die US-Pop-Punk- / -Alt-Rocker Lit zu den Bands gezählt, welche auf unzähligen hippen Soundtracks à la „American Pie“ oder „Little Nicky“ zu finden waren. Diverse ansehnliche Chart-Platzierungen konnten die Jungs aus Orange County auch einfahren. Nach dem vierten, selbstbetitelten Album wurde es jedoch sehr ruhig um die Truppe. Einen bitteren Verlust musste die Band schließlich 2009 hinnehmen, als Drummer Allen Shellenberger seinen Kampf gegen Krebs verlor. Nun heißt es aber „back to business“ für die Popoff-Brüder und Anhang. „The View From The Bottom“ lässt beinahe vergessen, dass der Fünfer für acht Jahre praktisch verschwunden war.

Produzent Butch Walker (Simple Plan, All Time Low, Weezer) hat der Platte einen schön fetten Sound verliehen, welcher die insgesamt zwölf Songs zwar in einem glatt polierten Licht präsentiert, aber zumindest den nötigen Punch vorzuweisen hat. Auch wenn sich bandtechnisch einiges verändert hat, so sind die Burschen ihren Wurzeln treu geblieben. Poppige Gesangsharmonien treffen auf rockige Gitarren und wuchtige Drum-Beats, welche auch das fünfte Studioalbum in ein Sammelsurium von Partyhymnen verwandeln.

Bereits der Opener „C’mon“ ist eine Carpe Diem-Nummer, die auf Grund seiner Laut-Leise-Dynamik und dem Sing-along-Refrain zwischen nostalgischer Lagerfeuer-Atmosphäre und einem echten Party-Feuerwerk hin und her pendelt. Die erste Single „You Tonight“ ist ein Power-Pop-Kracher, der innerhalb von Sekunden längst vergangene Sommer ins Gedächtnis zurückholt. „Same Shit, Different Drink“ reiht sich mit simplem Drumming und repetitiver Songstruktur nahtlos in den Party-Reigen ein.

„The Broken“ wirkt wie eine Kampfansage an alle Zweifler und „Haters“, die die Kalifornier schon längst abgeschrieben hatten. Der Song dürfte sich wegen dem hymnenhaften Touch ziemlich schnell zum Publikumsliebling auf den kommenden Lit-Konzerten mausern. „She Don’t Know“ repräsentiert die obligatorische Feuerzeug-Ballade, welche auf keinem modernen Rockalbum fehlen darf. Die zweite Halbzeit leitet der Uptempo-Rocker „Nothing’s Free“ ein und hebt den Stimmungspegel wieder kräftig an. Zurück ans Lagerfeuer geht es mit der musikalischen Trinkspruch-Ballade „Here’s To Us“. Auch die letzten beiden Tracks halten die Qualitätsstange in konstanter Höhe und runden das Album gelungen ab.

Lit liefern mit „The View From The Buttom“ zwar keinen kreativen Meilenstein ab, aber um das ging es bei den Kaliforniern auch nie. Die Band versteht es, ihren Wurzeln treu zu bleiben, ohne auf der Stelle zu treten. Nach achtjähriger Abstinenz sicher nicht die einfachste Aufgabe. Kurz gesagt, Lit liefern auch knapp eine Dekade später immer noch den passenden Soundtrack zum perfekten Sommer ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.06.2012
Erhältlich über: Megaforce Records (Soulfood Music)

Website: www.litband.com
Facebook: www.facebook.com/LitLounge

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Category: Magazin, Reviews

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