Exhumed – Red Asphalt

(c) Ross Sewage
Edinburgh in Schottland in den späten 1820er Jahren. Die Opfer brutaler Morde werden an Anatomisten verkauft. Im Untergrund spielt sich ein grässlicher Handel unter Grabräubern ab. Für die Gore-Meister Exhumed ist das die perfekte Kulisse für das erste Konzeptalbum ihrer 35jährigen Geschichte. „Red Asphalt“ nennen sie ein ‚musikalisches Melodrama in 13 Teilen‘ und verbinden wahre, widerwärtige Begebenheiten mit gewohnt brachialem Death Metal der alten, mit Grind versehenen Schule. Mahlzeit!
Der wütende, grantige Opener „Unsafe At Any Speed“ packt sämtliche Qualitäten der Band in unter 200 Sekunden. Hohe Geschwindigkeit, schneidende Gitarren, bleierne Schwere und kurze Zwischensprints, dazu geifernde Screams und gutturale Growls – mehr braucht es nicht zum vollkommenen, alles zerstörenden Glück. Das etatmäßige Solo rundet gekonnt ab. Danach spielt „Red Asphalt“ mit mehr Melodik, kramt sogar ein kurzes Basssolo hervor … und bemüht schließlich erneut derbe Heavyness. Exhumed packen ein Lehrstück in Sachen Dynamik aus, grooven und beschleunigen abwechselnd, widmen sich vornehmlich klassischen Death-Metal-Klängen und drehen zwischenzeitlich mit wachsender Begeisterung am Rad.
In ähnlicher Gangart gestaltet sich das weitere Album und spuckt dabei manch einen Leckerbissen aus. In diese Kategorie fällt unter anderem „Crawling From The Wreckage“, dessen bleierne Midtempo-Präsentation auf willkommene Weise zermürbt. Exhumed grooven sich ein und üben Unmengen Druck aus, bevor sich aus dem Nichts imaginäre Schleusen öffnen und der Track am Rad dreht. Deathgrind-Sprints und pure Wut machen ebenso Laune wie die abermalige Entschleunigung für das verspielte Gitarrensolo. Im abschließenden „The Fumes“ kristallisieren sich richtig fiese Riffwände heraus, von der donnernden Rhythmusabteilung gekonnt in Szene gesetzt. Shreddernde Fingerakrobatik und faulige Düfte tragen das abgedrehte Finale in höchste Höhen.
Trotz konzeptuellem Rahmen haben Exhumed nicht vor, ihren Sound neu zu erfinden. Stattdessen serviert das US-Quartett blutrünstige, ekelerregende Urgewalt der stellenweise überraschend filigranen Sorte. Denn neben allen Groove-Wänden und Grind-Sprints spuckt „Red Asphalt“ gerne mal clevere Riffs, abgedrehte Soli und gekonntes Spiel mit erdrückender Atmosphäre aus. Nur um im nächsten Moment samt Nackenrotor komplett durchzudrehen und mit Blut und Gedärmen um sich zu werfen. Exhumed ziehen ihren Stiefel einmal mehr kompromisslos durch und pendeln sich weiterhin auf hohem Niveau ein.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 20.02.2026
Erhältlich über: Relapse Records (SPV)
Facebook: www.facebook.com/ExhumedOfficial


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