The Neptune Power Federation – Mondo Tomorrow

(c) The Neptune Power Federation / Cruz Del Sur Music
Immer noch ein viel zu gut gehütetes Rock-Geheimnis, immer noch für Großartiges gut: The Neptune Power Federation ziehen seit Jahren ihre Kreise und veröffentlichen geschmackvollen Rock mit ordentlich Heavyness, Hooks und bittersüßer Note. Dieses Mal geht es jedoch ausnahmsweise nicht um die skurrilen bis fantastischen Geschichten von Frontfrau Imperial Priestess (besser bekannt als Screaming Loz Such), sondern um eine pointierte Auseinandersetzung mit den Gefahren moderner Technologie. Das sorgt auch für etwas frischen musikalischen Wind: „Mondo Tomorrow“ ist zugänglich härter und verplanter unterwegs.
Unter anderem kommen die etwas punkigeren Wurzeln wieder durch, siehe und höre unter anderem der eröffende Titeltrack. Hohes Tempo, knackige Riffs und mächtige Gesangsmelodien mit ein wenig Garagen-Charme finden schnell zusammen. Die getriebene Atemlosigkeit steht dem Quintett bestens zu Gesicht, macht ordentlich Feuer unterm Hintern und rundet mit einem feinen Solo ab. In „Cybernetic Times“ gibt es stellenweise ein leichtes Näheverhältnis zu The Runaways zu bemerken, wenngleich der Härtegrad aus dem gefühlten Nichts deutlich nach oben geschraubt wird. Donnernde Wucht, sympathische Melodieteppiche und psychedelisch angehauchte Effekte finden für einen bekömmlichen, widersprüchlichen Track zusammen.
Einmal mehr zeigen sich die Australier:innen im Langformat von ihrer besten Seite. „Living In The Gutter“ ist alleine schon aufgrund seines abgehangenen Riffs ein Ohr wert. Das Spiel mit 70s- und 80s-Rock kommt gut, Screaming Loz Such packt gefühlt noch mehr Kraft als sonst rein, während im Midtempo-Bereich sogar eine kleine Portion Blues durchschimmert. Ein weiterer Psych-Mittelteil, schön langgestreckt und doch bekömmlich, darf natürlich nicht fehlen. Dafür nimmt sich „The Barbarian Dominion“ fast durchgehend ein wenig zurück, steht für Coolness und haut aus dem Nichts einen der eingängigsten Momente der gesamten Platte raus. Die endlosen Schleifen und die verplante Coda in der zweiten Hälfte haben dafür Methode.
Einen Tacken härter, punkiger und unmittelbarer zuletzt, dennoch im richtigen Moment so schräg und verplant wie immer: The Neptune Power Federation setzen auf vereinzelte Rückgriffe, um sich weiter nach vorne zu arbeiten. Dieser Plan geht auf, denn ihr mittlerweile siebtes Studioalbum fällt mit seinen Muskelspielen und seinen zunehmend frontalen Momenten mehr auf als zuletzt, geht dennoch ohne gröbere Umwege ins Ohr und tobt sich dort mit aller gebotener Heavyness und psychedelischer Sinnsuche aus. „Mondo Tomorrow“ macht von der ersten bis zur letzten Sekunde Laune und wirft einmal mehr die Frage auf, warum diese fantastische australische Band nicht schon längst auf ganz großen Bühnen unterwegs ist.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 10.04.2026
Erhältlich über: Cruz Del Sur Music / High Roller Records


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