Fit For A King – Lonely God

(c) Jonathan Weiner
Wie schnell doch die Zeit vergeht: Einst vollkommen zu Unrecht als Metalcore-Nachzügler verschrien, gibt es Fit For A King inzwischen bereits seit stolzen 18 Jahren. Die Solid-State-Lifer entwickelten sich laufend weiter und fanden immer wieder neue Ideen für ihren alles andere als abgestandenen Sound. Mehr Melodie, mehr Härte, etwas Deathcore, proggige und sogar balladeske Ausritte begleiteten ihr bisheriges Schaffen. Auf dem achten Studioalbum setzt sich das fort: „Lonely God“ betont, die Stärken aller fünf Musiker erfolgreich in den Sound eingebracht zu haben. Das ist tatsächlich nicht zu überhören.
Dass die Texaner rein gar nichts an Strahlkraft eingebüßt haben, zeigt bereits das mächtige Eröffnungsdoppel. Erst legt „Begin The Sacrifice“ fast unauffällig los. Proggige Gitarrenspielereien treffen auf ruhige, melodische Töne. In der zweiten Hälfte hebt der Track immer wieder ab, wird von Ryan Kirby mit wachsender Begeisterung zerbrüllt, während geschmackvolle Elektronik das Geschehen zusammenhält. Hingegen bewegt sich das anschließende „The Temple“ in vermeintlich klassischeren Gefilden, von den wütenden Strophen bis zum hymnischen Refrain. Das mag sich formelhaft lesen, macht aber richtig viel Spaß. Kleine experimentelle Spielereien zwischendurch lassen den Track wachsen und gedeihen.
Und so entwickelt sich mit der Zeit ein echter Leckerbissen von einem Album. Das aktuell durchaus beliebte Spiel mit elektronischen Elementen beherrscht „Sentient“ prima und vermischt das mit technischem Anspruch. Der Ritt auf dem imaginären Pulverfass eskaliert im furiosen Chorus. Klare Gitarren leiten „Shelter“ ein und drängen in Modern-Rock-Gefilde – der obligatorische Song fürs Radio, der trotzdem stets Klasse zeigt. Hingegen schlägt „No Tomorrow“ erst einmal wild um sich, nur um zu versöhnlichen Tönen zu finden. „Witness The End“ mit Unterstützung von Chris von Motionless In White spielt hingegen mit infernalem Deathcore, symphonisch angehaucht und komplett abgedreht. In „Monolith“ gibt sich Lochie Keogh von Alpha Wolf ein kleines Stelldichein. Das Ergebnis: höllisch gut.
Letztlich ist das – irgendwie – auch die perfekte Überschrift für eine Platte, die auf wundervollste Weise kaputt und bekömmlich ausfällt, harmoniebedürftig und doch voller Zweifel. „Lonely God“ ringt mit dem Status Quo, denkt Metalcore weiter und ist zugleich die logische Weiterentwicklung der Vorgänger. Fit For A King gehen ihren Weg kompromisslos weiter, nehmen keine Rücksicht auf die Szenepolizei und docken einfach überall an, wo es gerade Laune bereitet. Dank starker Gäste fällt es leichter denn je, in diverse Extreme vorzudringen, während die Hooks gefühlt noch ein wenig größer wirken. Ob sie damit endlich in die verdiente erste Reihe aufsteigen?
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 01.08.2025
Erhältlich über: Solid State Records (Membran)
Website: fitforakingband.com
Facebook: www.facebook.com/fitforakingband


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