The Pirate Ship Quintet – Emitter

| 29. März 2019 | 0 Comments
The Pirate Ship Quintet

(c) David Roberts

Zeit ist für The Pirate Ship Quintet bestenfalls ein fließender Begriff. Tatsächlich hat ihr letztes Album „Rope For No-Hopers“ knapp sieben Jahre auf dem Buckel. Damals hatten sie noch einen Sänger und wagten sich gelegentlich an Screamo-Sounds. Davon ist heute nichts mehr zu hören. Post Rock steht nun im Mittelpunkt, allerdings um komplett aufgebrochene Songstrukturen geschart, die schon mal ins Jazzige und sogar ins verhalten Metallische abdriften können. „Emitter“ stellt vor große Herausforderungen.

Wer „Companion“ übersteht, ist für dieses Album gerüstet. In knapp 17 (!) Minuten spannen die Heren aus Bristol einen überaus weiten Bogen. Sandy Bartais Cello spielt weiterhin eine wichtige Rolle und führt auf melancholische Pfade, begleitet von einem Chor und Piano. Erst nach neun Minuten wird es ein wenig lauter, die Band setzt ein und arbeitet sukzessive gen Zuspitzung. Kurz vor Schluss entlädt sich der Song schließlich – knapp, heftig und durchaus heavy. Der schrittweise Übergang von klassischer Musik über gemächlichen Post-Rock-Einbau bis zur metallischen Noise-Eruption ringt Respekt ab, verlangt aber ebenso Geduld.

Dieser durchaus schwierige Sound bleibt die ganze Platte hindurch erhalten. In „Symmetry Is Dead“ erschüttern mehrere kleinere Eruptionen das Arrangement, während das Cello am Höhepunkt vor Schmerzen zu stöhnen scheint. An anderer Stelle experimentiert der Titelsong „Emitter“ mit klassischer Musik, entpuppt sich das Outro „Ninth“ als Post Rock im Kammermusik-Format, bemüht sich „Wreath“ um mystische Töne und ein wenig Jazz. Greifbar bleibt nur wenig vom Gehörten.

„Emitter“ ist alles und nichts zugleich. Vocals spielen urplötzlich so gut wie keine Rolle mehr, dafür wurden Elemente von Jazz und Klassik deutlicher denn je betont. The Pirate Ship Quintet verharren oft minutenlang in einem Zustand purer Reduktion, selbst dem Post Rock ein wenig abgewendet, und suchen nach Sinn, wo es offensichtlich keinen gibt. In tiefstes Schwarz eingetaucht und nach der Unendlichkeit des Artworks suchend, ergibt sich eine schwierige wie lohnenswerte Reise durch die Abgründe eines Genres.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.03.2019
Erhältlich über: Denovali Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/thepirateshipquintet

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Category: Magazin, Reviews

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