Mastic Scum – VOID

| 28. Oktober 2026 | 0 Comments
Mastic Scum

(c) Mastic Scum / MDD Records

Wenn Chaos und Zerstörung frohlocken, dann sind Mastic Scum in der Regel nicht weit. Die heimischen Death- und Grind-Heroen sind und bleiben Meister der brutal-kompromisslosen Schule und liefern den passenden Soundtrack zu hässlichen Zeiten. Abermals im Wiener GrindLab Studio aufgenommen, widmet sich „VOID“ dem fortlaufenden Verfall der Gegenwart, begleitet von kleineren musikalischen Experimenten sowie dem einen oder anderen Gast.

All das kommt beispielsweise in „Aftermath“ zusammen, gemeinsam mit Andy Dude von Throwback. Brutale Heavyness, gelegentlicher Groove, ein paar Tech-Death-Ausritte und vertrauter Deathgrind finden für eine bizarren wie unbequemen Track zusammen, der sich dreieinhalb Minuten lang im nahezu konstanten Wandel befindet, wiederholt präzise ausschlägt und mit seinem störrischen, fast noisigen Abgang ebenso vernichtet wie das vergleichsweise unmittelbare „Arise // Erase“. Ohne großen Rücksicht auf Verluste gehen Mastic Scum nach vorne, wobei sich der graue Himmel im Abgang noch weiter verfinstert.

Ungeachtet dessen brennt die Band ein wahres Feuerwerk ab, wie in „Synthetic Catharsis“ (mit Sebastian Grihm von Cytotoxin), dessen giftiges Riff durch Mark und Bein fährt, während einige der härtesten Grind-Passagen der gesamten Platte alles zerlegen. Das pure Gift, das „D-Termination“ wieder und wieder versprüht, macht mindestens so viel Laune, wobei die manischen Gitarren mittendrin herrlich verstören. Das Bollwerk „Experiment Of Obedience“ mit Mike Kronstofer (Before The Fall) ist mit seinem konstant verschobenen Tempo, dem falschen Ende und teils dickem Groove ebenfalls stark. Und dann wäre da noch „The Avoidance“, der über sechs Minuten lange Rausschmeißer, der Prog Death, Techgrind und melodisch angehauchten Groove auf ominöse Vocal-Samples treffen lässt – Gänsehaut der furiosen Art.

Ein Festmahl des puren Wahnsinns, garniert mit feinen Details, macht sich breit: Mastic Scum entwickeln sich auf Raten weiter, ohne komplett mit ihrem bestens vertrauten Sound zu brechen, und räumen damit ab. So kontrolliert chaotisch hat man die Urgesteine lange nicht gehört. Es groovt deutlich mehr, die Tech-Death-Anteile werden in die Höhe gefahren und doch geht nichts daran zulasten des brutalen Grind-Wahnsinns, der erneut erdrückt. Mehr von allem, noch vielschichtiger und anspruchsvoll wie sonst was: „VOID“ zeigt Mastic Scum in gewohnt starker Verfassung.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.10.2026
Erhältlich über: MDD Records (AL!VE)

Website: www.masticscum.com
Facebook: www.facebook.com/masticscum

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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