Bees Made Honey In The Vein Tree – In Between Strides

| 16. September 2026 | 0 Comments
Bees Made Honey In The Vein Tree

(c) Dan Trautwein

Die Evolution im Hause Bees Made Honey In The Vein Tree setzt sich fort. Angesichts des Bandnamen waren die Anfänge in Doom, Drone und Ambient keine Überraschung, doch entwuchs das Quartett aus Stuttgart diesem Sound im Lauf ihrer drei bisherigen Alben schnell und arbeitete zuletzt auf „Aion“ seine musikalischen Kontraste zwischen kantiger Härte und fast meditativer Entspannung weiter aus. „In Between Strides“ taucht nun mehr denn je in Shoegaze, Psychedelia und Post Rock ein, ohne dabei auf die doomigen und metallischen Wurzeln zu vergessen.

Melodischer sollte die neue Platte werden, mit dieser Mission ging es in die nächste Runde. Man fasst sich diesmal deutlich kürzer und halbierte die Spielzeit auf 38 Minuten. Das bekommt Tracks wie dem eröffnenden „Departure“ (einer von drei der insgesamt fünf Songs, die es über die Neun-Minuten-Marke schaffen) richtig gut. Hier können sich die Schwaben nach allen Regeln der Kunst austoben. Zittrige Gitarren und getragenes Tempo erinnern an die Anfänge, nun jedoch deutlich fragiler und eingängiger arrangiert. Butterweicher Gesang mutiert zum weiteren Instrument und schwimmt auf dem Arrangement. Eine mächtige Zäsur mittendrin signalisiert den Aufbruch, dann schwillt die Ouvertüre an, bis zum nahezu noisigen Crescendo. Danach: Stille.

In „Elisa“ wagt man sich sogar noch weiter hinaus. Das Klavier von Gast Luis Deffner (Jamhed) rückt immer wieder in den Mittelpunkt, während sanfte Distortion die Gitarren wie ein Schatten verfolgt. Proggige Instrumentalkunst in der Schönheit des Moments überrascht und entfernt sich so weit wie möglich vom bisherigen Schaffen. Im direkten Anschluss holt „Return Precipice“ all das jedoch mit Nachdruck ein. Doom und Post Metal geben sich die Klinke in die Hand, monumentale Wucht und sägende Druck schlagen die Brücke zu den letzten Platten. Selbst für einzelne Screams bleibt Platz. Dennoch schwingt auch hier ein wenig Gaze mit, gut versteckt, dennoch im besten Sinne nicht zu überhören.

Auch in dieser – für Band-Verhältnisse – Kürze setzt es ganz schön starken Tobak. Man kann Bees Made Honey In The Vein Tree nun wirklich nicht vorwerfen, auf der Stelle zu treten, wiewohl gerade zum Abschluss noch ausreichend Stoff für Freunde früherer Alben vorhanden sein mag. Letztlich regiert jedoch der Drang zu mehr Melodie, der sich vor allem in Shoegaze und Psychedelia äußert, der stellenweise angenehm an die Evolution von Alcest erinnert und mit seiner dennoch stets leicht sägenden Energie auf angenehm eigenen Beinen steht. „In Between Strides“ schreitet hochspannenden neuen Sphären entgegen, stößt vor den Kopf und fasziniert gerade mit dieser willkommenen Kompromisslosigkeit ein weiteres Mal.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.09.2026
Erhältlich über: Magnetic Eye Records (SPKR)

Website: beesmadehoneyintheveintree.com
Facebook: www.facebook.com/beesmadehoneyintheveintree

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Category: Magazin, Reviews