
Zu Ihrem 25jährigen Bandjubiläum haben die Melodic- / Power-Metal-Veteranen Helloween mit "Unarmed" eine sehr ambitionierte Compilation ihrer alten Hits zusammengestellt. Die Hamburger präsentieren uns elf vollkommen neu arrangierte Stücke, wofür sie sich Unterstützung Albie Donnelly (Saxophon, Supercharge), Pianist Matthias Ulmer und das 70-köpfige Prager Symphonieorchester mit ins Boot geholt haben.
Schon "Dr. Stein" kommt als sehr eigentümliche Versionen daher. Eröffnet wird das Ganze statt mit Gitarren von einem Saxophon, das auch deren Soli übernimmt, und mausert sich zu einem richtig eingängigen Kinderlied mit Big Band. Man hat fast das Gefühl, dass Alf sich mit Disney's Gummibären zusammengetan hat. Auch bei "Future World" geht es sehr harmonisch zu, was dem Text eigentlich eher gerecht wird, als das Original, weil: "We all live in happiness, our hearts are full of joy.".
"If I Could Fly" wird als Funkversion, "Where The Rain Grows" als schmalzige Softrockballade präsentiert, wonach man für das Medley "The Keeper's Trilogy" eigentlich schon das Schlimmste befürchtet. Die Zusammenstellung aus (den jeweils fast 14 Minuten dauernden) "Halloween", "Keeper Of The Seven Keys" und "The King For A 1000 Years" ist ein mächtiger, 17 Minuten langer Opernakt mit einem kompletten Orchester, Chor und sogar – wenn auch sehr leise – einem kleinen Bisschen Doublebass.
Bei der Neuinterpretation von "Eagle Fly Free" tut sich Andi Deris mit Hellsongs-Sängerin Harriet Ohlsson zusammen, wodurch komischer Weise eine eigentümliche, aber interessante und wirklich schöne Pop-Ballade entsteht. Nicht nur dadurch, dass bei "Perfect Gentleman" das Keyboard durch Flöten ersetzt wurde, bekommt die recht funkige Version einen leichten Jethro-Tull-Tatsch und (man höre und staune) es gibt sogar ein kurzes Gitarrensolo.
Bei der Ballade "Forever & One" hat sich kaum etwas geändert, außer dass die Band gegen ein Klavier getauscht wurde, das anschließend orchestrale Unterstützung bekommt. Anschließend, total zugeschmalzt, haut es einen fast aus den Schuhen, wenn man zum ersten Mal mit dem Kinderchor in "I Want Out" konfrontiert wird, das so wirklich stark an Pink Floyds "Another Brick In The Wall" erinnert, wenn es auch um eine Spur schneller angelegt ist.
Beim total abgespeckten und um fast die Hälfte gekürzten "Fallen Into Pieces" wird es dann noch einmal funkig. Hier zeigt Andi Deris, dass er rein stimmlich gesehen auch locker bei den Pet Shop Boys und Konsorten mitmachen hätte können. Der letzte Track ist eine gelungene Interpretation der schaurig-schönen Ballade "A Tale That Wasn't Right", die dem Original in nichts nachsteht.
Insgesamt kann man sagen, dass Helloween sich mit dieser Platte doch auf sehr dünnes Eis wagen. Die neuen Versionen ihrer Klassiker werden wohl mehr Fans vor den Kopf stoßen und zum Boykott bewegen, als sich für diese Compilation popinteressierte neue Käufer finden werden. Auf der Suche nach Stromgitarren wird man leider selten fündig, was den Albentitel "Unarmed" absolut rechtfertigt. Andererseits beweisen Helloween ihr großes musikalisches Talent und zeigen, dass sie auch in anderen Genres wirklich gute Musik machen könn(t)en. Ob es sich wirklich lohnt, ein über ein Vierteljahrhundert bewährtes Rezept zu ändern, sei jedoch dahin gestellt; vielleicht sollten sie beim nächsten Mal doch wieder etwas Metal machen.
Keine Wertung
Erhältlich ab: 29.01.2010
Erhältlich über: Columbia Records (Sony Music)
Website: www.helloween.org
Myspace: www.myspace.com/helloween
Schon "Dr. Stein" kommt als sehr eigentümliche Versionen daher. Eröffnet wird das Ganze statt mit Gitarren von einem Saxophon, das auch deren Soli übernimmt, und mausert sich zu einem richtig eingängigen Kinderlied mit Big Band. Man hat fast das Gefühl, dass Alf sich mit Disney's Gummibären zusammengetan hat. Auch bei "Future World" geht es sehr harmonisch zu, was dem Text eigentlich eher gerecht wird, als das Original, weil: "We all live in happiness, our hearts are full of joy.".
"If I Could Fly" wird als Funkversion, "Where The Rain Grows" als schmalzige Softrockballade präsentiert, wonach man für das Medley "The Keeper's Trilogy" eigentlich schon das Schlimmste befürchtet. Die Zusammenstellung aus (den jeweils fast 14 Minuten dauernden) "Halloween", "Keeper Of The Seven Keys" und "The King For A 1000 Years" ist ein mächtiger, 17 Minuten langer Opernakt mit einem kompletten Orchester, Chor und sogar – wenn auch sehr leise – einem kleinen Bisschen Doublebass.
Bei der Neuinterpretation von "Eagle Fly Free" tut sich Andi Deris mit Hellsongs-Sängerin Harriet Ohlsson zusammen, wodurch komischer Weise eine eigentümliche, aber interessante und wirklich schöne Pop-Ballade entsteht. Nicht nur dadurch, dass bei "Perfect Gentleman" das Keyboard durch Flöten ersetzt wurde, bekommt die recht funkige Version einen leichten Jethro-Tull-Tatsch und (man höre und staune) es gibt sogar ein kurzes Gitarrensolo.
Bei der Ballade "Forever & One" hat sich kaum etwas geändert, außer dass die Band gegen ein Klavier getauscht wurde, das anschließend orchestrale Unterstützung bekommt. Anschließend, total zugeschmalzt, haut es einen fast aus den Schuhen, wenn man zum ersten Mal mit dem Kinderchor in "I Want Out" konfrontiert wird, das so wirklich stark an Pink Floyds "Another Brick In The Wall" erinnert, wenn es auch um eine Spur schneller angelegt ist.
Beim total abgespeckten und um fast die Hälfte gekürzten "Fallen Into Pieces" wird es dann noch einmal funkig. Hier zeigt Andi Deris, dass er rein stimmlich gesehen auch locker bei den Pet Shop Boys und Konsorten mitmachen hätte können. Der letzte Track ist eine gelungene Interpretation der schaurig-schönen Ballade "A Tale That Wasn't Right", die dem Original in nichts nachsteht.
Insgesamt kann man sagen, dass Helloween sich mit dieser Platte doch auf sehr dünnes Eis wagen. Die neuen Versionen ihrer Klassiker werden wohl mehr Fans vor den Kopf stoßen und zum Boykott bewegen, als sich für diese Compilation popinteressierte neue Käufer finden werden. Auf der Suche nach Stromgitarren wird man leider selten fündig, was den Albentitel "Unarmed" absolut rechtfertigt. Andererseits beweisen Helloween ihr großes musikalisches Talent und zeigen, dass sie auch in anderen Genres wirklich gute Musik machen könn(t)en. Ob es sich wirklich lohnt, ein über ein Vierteljahrhundert bewährtes Rezept zu ändern, sei jedoch dahin gestellt; vielleicht sollten sie beim nächsten Mal doch wieder etwas Metal machen.
Keine Wertung
Erhältlich ab: 29.01.2010
Erhältlich über: Columbia Records (Sony Music)
Website: www.helloween.org
Myspace: www.myspace.com/helloween


