
Vocals, Guitars: Perne
Guitars: Lois
Bass, Vocals: Hirzi
Drums: Manni
Genre: Dark Metal
Website: www.suicide.at
Myspace: www.myspace.com/suicidemetal
2009 feiern SuiCidE zehnjähriges Bandjubiläum. Zehn Jahre, in denen die Tiroler Dark-Metal-Institution den Aufstieg von einer okayen Demo-Band zu einem Kandidaten für den großen internationalen Durchbruch geschafft hat – eine gemeinsame Tour mit End Of Green und Paradise Lost ist eigentlich nur mehr eine Frage der Zeit. Wie es zur Neuaufnahme einiger Bandklassiker gekommen ist und was das Jahr 2010 für die Tiroler bringen wird, verrät uns die Band im Interview.
Wir führen dieses Interview um euer 2009 begangenes zehnjähriges Jubiläum entsprechend zu feiern. Herzlichen Glückwunsch! Was waren eure Highlights und Tiefpunkte der letzten zehn Jahre SuiCidE?
Danke für die Glückwünsche. Tiefpunkte waren sicherlich die Besetzungswechsel in dem Moment, als sie vollzogen wurden, was sich aber im Nachhinein in jedem Fall als enorme Steigerung für die Band herausstellte, da wir immer das Glück hatten, besser geeignete Leute für die Positionen zu finden. Highlights waren sicherlich die durchwegs positiven Reaktionen auf unsere letzten beiden CDs und die damit verbundenen Auftritte.
Ich stolpere immer wieder über das Typeset SuiCidE, über die eigenwillige Groß- und Kleinschreibung. Hat diese einen bestimmten Grund?
Das hat keinen besonderen Hintergrund, es hat sich halt so ergeben. Im Original-Logo sind ja auch genau diese Buchstaben groß geschrieben, daher dieses Typeset. Aber wie ich sehe, verwendest du es auch durchgehend in deinem Interview (lachen).
Woher kam die Anfang 2009 angekündigte Idee Songs eurer ersten drei Alben neu aufnehmen zu wollen?
Die Idee entstand schon 2008, da begannen wir auch schon mit den Aufnahmen der Pilotspuren. Der Grund dafür war, dass die Songs der ersten drei CDs durch die Besetzungswechsel an Keyboard und Schlagzeug enorm an Potential gewonnen hatten. Deshalb haben wir uns entschlossen, dies zu unserem zehnjährigen Bandbestehen zu verewigen.
Wie hat sich der Auswahlprozess gestaltet? Nach welchen Kriterien seid ihr vorgegangen?
Na ja, wir suchten uns einfach alle Songs heraus, die unserer Meinung nach zu den Besten zählten und am meisten Potential für eine Neuauflage hatten. Diese Auswahl wurde noch ein wenig gekürzt, bis die Spielzeit für eine CD passte.
Ursprünglich war von einer Veröffentlichung im Frühjahr 2009 die Rede, gedauert hat es aber bis Jahresende. Woran lag diese mächtige Verzögerung?
Im Frühjahr / Sommer hatten wir die Veröffentlichung geplant, um genau zu sein. Dies geschah, um uns einen möglichst großen Zeitpuffer zu verschaffen. Da uns aber schon im Sommer unser Keyboarder bekannt gab, dass er vorhatte auszusteigen, ließen wir uns mehr Zeit, da eine Live-Performance der CD nicht mehr in Frage gekommen wäre. Ein weiterer Grund für die Verzögerung war, dass wir die CD zum ersten Mal komplett in Eigenregie produziert hatten und uns den Luxus leisten konnten, nach dem ersten Mixdown, der ja auch schon im Frühjahr gemacht wurde (!), die kompletten Gitarrenspuren nochmals einzuspielen.
Wo wir gerade bei der Vorgehensweise sind – wie restauriert man einen Song? Worauf habt ihr euer Augenmerk gelegt, welche Kinderkrankheiten mussten speziell beseitigt werden?
Unser neuer Schlagzeuger hat einiges zur Restauration beigetragen, da er die Songs neu interpretierte, und auch durch den Wechsel des Keyboarders kamen viele neue Ideen hinzu. Dann wurden noch Teile gekürzt, ersetzt oder komplett weggelassen, die Solos überarbeitet usw. - die Art der Veränderung hängt immer vom jeweiligen Song ab, und im Hörvergleich alt / neu klingen halt viele der alten Songs ehrlich gesagt sch....
Einige Songs haben mich persönlich im neuen Gewand sehr überrascht. Gerade "Revenge", "Straight Ahead", "Awake" und "Hate You" hatte ich nicht so mächtig in Erinnerung. Welche Wandlung vom "hässlichen Entlein" zum „majestätischen Schwan“ hat euch selbst am meisten überrascht?
Wie schon oben erwähnt, hat der Schlagzeuger sie so gesehen "vor"-restauriert, denn bei den von dir genannten Songs wurde an der Songstruktur fast gar nichts verändert, nur ein paar Melodien anders gemacht oder besser in Szene gesetzt, sowie die Keyboardlines neu ausgearbeitet. Was die Songs mächtiger wirken lässt, ist die leichte Erhöhung der Geschwindigkeit und die Verbesserung in der Soundstruktur.

Der Grund dafür ist, dass dies ja keine Geldmacherei, sondern ein Überblick über unser Schaffen der letzten zehn Jahre in einem ordentlichen Soundgewand sein soll. Dies war bei den früheren CDs ja aus finanziellen Gründen nicht gegeben. Nebenbei soll diese CD auch für den Käufer eine Rarität darstellen, und das wäre bei einer höheren Stückzahl, was den Herstellungskosten in etwa gleichgekommen wäre, nicht mehr der Fall. Wir selbst verdienen beim Verkauf der CD zum Preis von € 10,- außer der Abdeckung der Aufwandskosten eigentlich gar nichts, und es war auch nicht das Ziel, mit der CD Geld zu verdienen. Deshalb auch die Limitierung auf 200 Stück, aber dafür in einem Digipak. Es wird aber in absehbarer Zeit trotzdem für jedermann die Gelegenheit geben, die Songs in digitaler Form auf den gängigen Downloadplattformen (iTunes, Musicload, Amazon etc.) zu bekommen. Wann es soweit ist, wird auf unserer Homepage bekannt gegeben. Aber das ist dann halt kein Original und so gesehen auch keine Rarität mehr.
Wenn ihr schon die Werkschau einschränkt – werdet ihr eure alten Aufnahmen neu auflegen?
Definitiv NEIN, wofür auch? Wir haben ja die Songs mit dem meisten Potential für "Decade Of Suicide" herausgepickt, und die anderen werden für immer im Nirwana verschwinden.
Wir bewegen uns gen Gegenwart und Zukunft: "Decade Of SuiCidE" ist laut Ankündigung das letzte Album mit einem Keyboarder. Was passiert mit Robert und warum werdet ihr in Zukunft ohne Tastenmann auskommen?
Wir glauben, dass wir in Zukunft sicher ganz gut ohne Keyboarder auskommen werden, der Sound wird sich zwar etwas verändern, aber eins können wir sagen: sicherlich nicht zum Schlechteren! Robert hätte uns zwar angeboten, einen Ersatz für seine Position zu besorgen, aber wir wollten mit einem neuen Keyboarder nicht wieder von vorne anfangen, sondern uns auf etwas Neues konzentrieren. Was mit ihm passiert, wissen wir nicht (lachen), was er aber macht, das können wir dir schon sagen: Er spielt zur Zeit in einer Coverband, was ihm auch – denken wir – fast besser liegt, da er sich dort mehr entfalten kann als bei uns, und sein musikalisches Können steht ja außer Zweifel. Wir wünschen ihm dabei viel Erfolg!
Wie wird die tastenlose SuiCidE-Inkarnation alte Songs live darbieten?
Einige Songs können wir dadurch natürlich nicht mehr live performen, aber wir haben auch sonst genug gute Songs, die wir ohne Keyboard spielen können. Nebenbei kommen auch immer wieder neue Songs dazu, an denen wir gerade arbeiten, und das reicht leicht für eine ordentliche Spielzeit von über einer Stunde.
Nun aber zu 2010: Es war bereits die Rede von einem neuen Album. Wie lautet der Status Quo? Wie weit sind die Aufnahmen fortgeschritten, wann kann man Hörbares erwarten?
Aufnahmen gibt es natürlich noch keine, aber derzeit arbeiten wir an sieben neuen Songs. Wann es aber soweit ist, um sie live zu performen, können wir noch nicht sagen. Ziel ist es, zehn bis zwölf neue Songs zu schreiben, die es in sich haben und wieder eine Steigerung für uns bedeuten sollen. Vielleicht geht sich die CD bis Ende des Jahres aus, ansonsten halt nächstes Jahr, wir machen uns da keinen Stress.
In wie weit verändert sich der Sound der neuen Songs ohne Keyboarder? Klingen SuiCidE 2010 rauer, härter?
Rauer und härter... aber fix! Trotz allem wollen wir dabei nicht auf Melodien vergessen. In wie weit er sich verändert? Lasst euch überraschen.
Was hält das Jahr 2010 ansonsten für SuiCidE bereit? Wird man euch auf Tour sehen, gibt es einen (verdient) mächtigen Labeldeal zu vermelden etc.?
Nein, touren werden wir sicher nicht, aber ein paar Konzerte werden wir sicherlich spielen, hoffentlich auch auf einem größeren Open Air. Einen "mächtigen" Labeldeal können wir uns eher nicht vorstellen, denn eine Plattenfirma ist kein karitatives Unternehmen sondern (verständlicherweise) gewinnorientiert. Wir haben schon bei anderen Bands beobachten können, dass sich die daraus resultierenden Forderungen nicht unbedingt positiv auswirken und einem dabei der Spaß an der Sache verloren gehen könnte. Darauf sind wir aber auch nicht aus, da wir rundum zufrieden sind, wie es zurzeit läuft. Einzig eine Vertriebsvereinbarung bei einem größeren Label, mit ordentlichen Konditionen und wenig Auflagen, würde uns schon reizen, aber im Grunde wollen wir uns selber produzieren können, ohne das uns jemand vorschreibt, was / wo / wann wir es machen sollen.
Was macht SuiCidE eurer Meinung nach einzigartig und spannend?
Im Grunde ist jede Band einzigartig. Spannend macht das ganze eigentlich nur, dass man nicht weiß, was kommt, und das ist auch gut so.
Abschließend bitte ich euch um ein paar Worte an unsere Leser und eure österreichischen Fans:
Hoffentlich wird's ein toller Konzertsommer, vielleicht sieht man sich irgendwo. Bangt, blödelt herum, trinkt viel Bier und habt ein sorgenfreies Leben! Besucht uns ab und zu mal auf unserer Homepage, um zu sehen, was es Neues gibt.
Besten Dank für das Interview, und viel Glück für die nächsten Wochen und Monate!
Danke, das wünschen wir euch auch!




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