KV DownUnderGround - Interview

Vom 26. - 27. Juni 2009 findet im nördlichen Oberösterreich im Schloss Waldenfels das Black- und Pagan-Metal-Festival schlechthin statt. Wir waren bei Michaela vom KV DownUnderGround zu Gast, um kurz vor Beginn des Northern Lights Festivals noch ein paar Fragen zur Organisation, den Bands und dem Festival im Allgemeinen zu erhaschen.

Ein Veranstalterteam, ein idyllisches Schloss als Location, eine Bühne, viele Black- und Pagan-Metal-Bands und eine fette Portion Metal. Northern Lights!



INTERVIEW mit Michaela aus dem Team des KV DownUnderGround


Hallo Michaela! Danke, dass du dir während den intensiven Vorbereitungsarbeiten für Demonic-Nights kurz Zeit nimmst, um ein paar Fragen zu beantworten. Gleich vorweg, für was steht aus deiner Sicht als Teil des Veranstalterteams der Name Northern Lights?
Northern Lights ist Österreichs einzige Veranstaltung für Pagan- und Black-Metal-Fans. Neben der einzigartigen Location setzen wir auch auf Bands, die selten bis noch nie österreichische Bühnen betreten durften.

Im letzten Jahr hätte es ja bereits ein Northern Lights Festival geben sollen, welches jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Hut ab, dass ihr euch nochmals aufrafft, und das Festival erneut mit voller Kraft und Motivation plant. Hat dich der Teufel geritten? (hehe)
Scheint fast so. Dies soll ja in unseren Kreisen gar nicht so unüblich sein! (hehe) Nein, wären wir nicht absolut von unserem Konzept bzw. der Veranstaltung selbst überzeugt, hätten wir wahrscheinlich klein beigegeben. Die Resonanz letzten Jahres war jedoch überraschend positiv und auch das Feedback nach der Absage überwältigend. Somit stand für mich fest, dass alles getan werden muss, um dieses Festival nicht bereits sterben zu lassen, bevor es überhaupt statt gefunden hat. Wie heißt es so schön: „Wer nicht kämpft, hat bereits verloren!“.

Nun wurde das Festival auf das idyllische Schloss Waldenfels verlegt, welches passender kaum sein könnte. Wird das Festival im Hof des Schlosses stattfinden bzw. wie kann man sich das Festivalgelände mit der Bühne vorstellen? Wird hierzu noch ein Geländeplan auf der Website veröffentlicht? Hat man mit dieser Location auch bei Schlechtwetter ein Ass im Ärmel und kann weitere Räume nützen?
Das Festival, inklusive der Bars wird im Schlosshof seinen Platz finden. Ein Geländeplan wäre übertrieben, da das gesamte Areal bei Ankunft sofort übersichtlich ist. Da das Schloss vom Besitzer bewohnt wird und nicht alle Räumlichkeiten für das Festival in Anspruch genommen werden können, gehen die wenigen Räume für die Bands drauf. Das Wetter bleibt eben immer ein Restrisiko bei einem Open Air. Gerade Metalfans zeichnen sich besonders bei diesem Glücksspiel mit einer gewissen Härte aus.

Wer war für das „außergewöhnliche“ Booking bzw. Auswahl der Bands zuständig? Mit „außergewöhnlich“ mein ich das auf keinen Fall negativ, doch ist das Northern Lights eines der wenigen Festivals, welches auf Bands setzt, welche sich leider international noch nicht etablieren konnten. Betrachtet man die Geldbörse und finanzielle Sicherheit des Veranstalters, hätten wohl viele anders gebucht, oder?
Booking und Auswahl der Bands gehen auf meine Kappe, gelyncht darf nach der Veranstaltung werden. (hehe) Im Prinzip wurde nur an das Billing vom Vorjahr angeknüpft. Sprich einige dieser Bands erneut verpflichtet, sowie etliche Vielversprechende hinzugefügt. Klar wäre es der einfachste Weg, einige allseits bekannte Namen ins Billing zu holen und sich somit den Besucheransturm zu sichern. Allerdings würden wir dann den Grundgedanken des Northern Lights vernichten, warum wir die Veranstaltung überhaupt ins Leben gerufen haben. Mainstream hat nichts mit Support der Metalszene im Allgemeinen zu tun.

Nach der Veröffentlichungswelle vieler Black- und Pagan-Metal-Bands wie z.B. Aeveron, Azahels Fortress, Ctulu, Trimonium und Panychid konntet ihr auch Bands wie Ragnarok, Manegarm, Obscurity und sogar die deutschen Black Metaller Nargaroth verpflichten. Wie kam es dazu?

Ragnarok traten aus eigener Initiative an uns heran und jeder wahre Black-Metal-Fan weiß, dass besonders norwegische Bands in diesem Belangen für Qualität bürgen. Zudem sind sie unverbraucht, genießen dennoch einen gewissen Status. Es ist auch bereits einige Jahre her, dass man Ragnarok live in Österreich erleben durfte. Für 2009 bleibt dies zum Beispiel ihr einziger Europa-Gig. Manegarm als Headliner zu verpflichten war nach dem Gig im Posthof eine klare Sache. Für mich ist es bis jetzt nicht nachzuvollziehen, warum diese unverdienterweise als Opener starten mussten. Ihr gelungener Auftritt am Ragnarök Festival bestätigt wiederum, dass meine Entscheidung mehr als richtig war. Bei Nargaroth anzufragen ergab sich eigentlich relativ spät, da es anfangs nur ein fiktiver Gedanke war. Umso mehr freut ich mich dann natürlich als dieser Interesse an Northern Lights zeigte, und nach kurzer Bedenkzeit auch tatsächlich zugesagt hat. Ehrlich gesagt erfüllt es uns gewiss mit Stolz, dass wir mit einem Headliner wie Nargaroth aufwarten können. Man weiß ja um die Rarität seiner Live-Präsenz Bescheid.
Elivagar haben nun kurzfristig abgesagt. Weiß man schon, wer diese Band ersetzen wird?
Mit der Absage war leider zu rechnen, wenn wir auch alle bis zuletzt gehofft hatten, dass deren Suche nach einem neuen Sänger von Erfolg gekrönt sein würde. Als Ersatz müssen Nogroth aus Bayern herhalten, wobei die Jungs darüber ganz und gar nicht ungehalten sind. Hier ist Trollalarm und Humppaa-Stimmung angesagt!

Wie bist du selbst mit dem Billing zufrieden? Hätte es die eine oder andere Band gegeben, die du unbedingt holen wolltest, aber es aus bestimmten Gründen nicht geklappt hat?
Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis Es wurde eine abwechslungsreiche Mischung aus Folk-, Viking-, Pagan- und Black-Metal-Bands erstellt. Natürlich gab es auch Bands (wie z.B. Heidevolk oder Menhir), die aufgrund der kurzfristigen Vorbereitungen bereits anderweitig gebucht waren bzw. leider zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar waren. Im Großen und Ganzen sind wir mit dem Lineup dennoch sehr zufrieden. Bei weiteren Bands, ohne hier Namen nennen zu wollen, spielte natürlich auch deren utopische Gagenforderung eine nicht unbedeutende Rolle. In solchen Fällen weiß man meist, was man davon zu halten hat, besonders in Bezug auf die angeblich geschätzten österreichischen Fans.

Welche positiven, aber auch negativen Erfahrungen hast du während der Planungsphase des Northern Lights gemacht und was würdest du gerne den Metalfans da draußen mitteilen?
Unter die sehr positiven Erfahrungen würde ich die Freude und Dankbarkeit einiger Bands und auch künftiger Besucher einreihen, welche einem dann doch in anstrengenden Phasen beweisen, dass man sich nicht umsonst abrackert. Besonders die Jungs von Northland zeichnen sich durch Enthusiasmus und Humor aus, welchen man sicherlich auch on Stage wieder finden wird.

Negative Erfahrungen sind auf jeden Fall Vorhaltungen, die uns aus meiner Sicht Abzocke und dergleichen unterstellen. Es ist nun mal so, dass wir als Veranstalter die Ausgaben auch wieder rein bekommen müssen. Nebst Zufriedenheit der Besucher und Bands ein nicht nebensächliches Ziel jeder Veranstaltung. Zudem sind auch unsere Tickets auf nur 800 Stück begrenzt. Sponsoren sind bei unserer Veranstaltung leider eine Rarität, von daher eine einfache Rechnung.

Leider kam es auch zu Vorwürfen und Vermutungen, dass wir politisch nicht sauber wären. Stein des Anstoßes war zum Beispiel unser Schriftzug und Logo. Scheinbar hab ich etwas verpasst, oder darf man nun die Nationalfarben Österreichs nicht mehr verwenden? Vielleicht wurde das oberösterreichische Wappen zwischenzeitlich als bedenklich eingestuft? Ach ja, „no politics in Metal“ - damit soll doch nur von wahren Hintergründen abgelenkt werden! Äußerst bedenklich finde ich nur jene kranken Gehirne, die hinter allem und jedem eine politische Motivation vermuten. Nein, nicht vermuten, sie können es mit 100%iger Sicherheit aufgrund diesem oder jenem beweisen. Weil z.B. Band X mal mit bedenklicher Band Y irgendwo aufgetreten ist, oder Musiker A mit einem der Band Y befreundet ist, muss keiner deren Einstellung in irgendeiner Weise teilen. Oder ist King jetzt auch schwul, weil dieser jahrelang mit Gaahl unterwegs war? Eine sehr traurige Entwicklung dieser Tage, in denen Musiker gezwungen werden, sich mit unnötigen Rechtfertigungen auseinander zu setzen, anstatt sich voll und ganz ihren Künsten widmen zu können. Und Musik ist nun mal Kunst! Aus diesem Grunde gibt es Northern Lights, um diese Kunstrichtung zu fördern, und auch kleinen Bands die Möglichkeit zu geben, sich vor dem Publikum hier in Österreich live präsentieren zu dürfen und unser musikalisches Angebot zu bereichern.
Wie sieht es mit den Kosten für ein Festivalticket inklusive Camping aus? Wie bzw. wo kommt man zu Vorverkaufskarten? Wird ein Kontingent an Tickets für die Abendkasse zurückgehalten?
Ein Festivalpass kostet im Vorverkauf € 42,- inkl. Camping. Tickets sind über unsere Webseite erhältlich. Für Interessenten aus Deutschland auch bei Abrogation und für Tschechien bei Panychida. Der Vorverkauf endet mit 19. Juni in Kürze und es wird natürlich auch für Spätentschlossene noch Tickets an der Abendkasse geben.

Gibt es noch nennenswerte Änderungen oder Specials, welche die Festivalbesucher bereits im Vorfeld wissen sollten?
Als „Special“ kann man sicherlich die Verköstigung am Festival sehen. Entgegen gewohnter Fastfood-Stände, werden wir die Besucher mit einem eigenem Grillstand verwöhnen, welcher sich im hinteren Hof abseits der Bühne befinden wird. Auch wird es dort Schmankerln wie Speck-, Schmalz- und Topfenbrot geben, ganz und gar passend zur Mühlviertler Umgebung. Der Ausschank von Met versteht sich bei einer Veranstaltung dieses Musikstils eigentlich von selbst. Weiters ist am letzten Festivaltag eine Verlosung geplant. Diverse Promoartikel wie CDs, Shirts und als Hauptpreis eine von den Headlinern signierte Streitaxt. Für alle Kaufwütigen wird es Merchandise-Stände von CCP Records, Einheit Produktionen, Viking Blood u.a. vor dem Schloss geben.

Die letzten Worte gehören dir!

Ein fetter Dank vorweg an alle, die uns bis jetzt unterstützt haben. Wir hoffen auf Euer zahlreiches Erscheinen, es soll nicht das erste und letzte Northern Lights bleiben.

Weitere Informationen zum Festival selbst findet ihr auf unserer Website www.northern-lights-festival.com!

Danke für das Interview und viel Erfolg für das heurige Pagan- und Black-Metal-Highlight Northern Lights 2009!

Eventlink & Meetpoint
 
FacebookStumbleUpondeliciousMister WongGwiri

Kommentare



    Keine Kommentare vorhanden.