
Vocals: Leeni-Maria Hovila
Growls, Guitars: Joni Koskinen
Keyboards, Vocals: Antti Koskinen
Guitars: Antti "Rinksa" Rinkinen
Bass, Vocals: Simo-Pekka Lehtonen
Drums, Vocals: Atte Marttinen
Genre: Fantasy Metal
Website: www.kivimetsandruidi.com
Myspace: www.myspace.com/kivimetsandruidi
Nach ihrem Debüt "Shadowheart", das vor allem eine Sammlung alter EPs und Demos ist, veröffentlichen die Finnen von Kivimetsän Druidi in Kürze ihr zweites Album "Betrayal, Justice, Revenge". Sängerin Leeni-Maria Hovila schwelgt in fantastischen Sphären und erzählt, wie sie zur Songwriterin avancierte und warum die "Druiden des Steinwaldes" trotz engelsgesichtigem Aushängeschild keine Female Fronted Metal-Band sind.
Seit der Veröffentlichung eures Debüts "Shadowheart" seid ihr pausenlos durch Europa und Nordamerika getourt und habt auf Festivals in 19 Ländern gespielt. Wann hattet ihr überhaupt Zeit an einem neuen Album zu arbeiten?
Letzten Sommer waren wir eigentlich sogar eher faul. Gegen Ende 2009 hatten wir dann sehr viel zu tun, weil wir da durch Nordamerika getourt sind. Wir haben einige Songs noch vor der Tour aufnehmen müssen. Der Rest folgte dann nach unserer Rückkehr. Aber der Sommer davor war eher ruhig. Jeder hat seinen Urlaub bekommen, so schlimm war es also gar nicht. Im Moment ist es schwieriger, weil das Semester läuft und einige der Jungs zur Uni und wir anderen arbeiten müssen.
Ihr seid besonders in Nordamerika sehr gut angenommen worden. Wie erklärst du dir das? Wo siehst du den Unterschied zwischen dem Publikum dort und dem in Europa?
Ich weiß nicht genau. Aber ich glaube Folk und Fantasy Metal sind zwei sehr erfolgreiche Genres sowohl in den USA als auch in Europa. Das ist eigentlich verständlich in unserer modernen Welt. Die Welt ist kleiner geworden und wenn es irgendwo ein Phänomen gibt, findet das ziemlich schnell seinen Weg ans andere Ende des Globus. Ich glaube, Folk und Fantasy Metal sind Trends auf beiden Kontinenten. Und wir haben natürlich absolut nichts dagegen (lacht). Das Publikum ist gar nicht so unterschiedlich. Die Leute sind wirklich aus dem Häuschen und haben uns herzlich aufgenommen. Die freuen sich einfach, dass Bands kommen und für sie spielen. Ich würde sogar sagen, dass die Leute in Nordamerika und Europa sich ähnlicher sind als die in Finnland und dem Rest Europas. Die Leute hier oben sind einfach anders (lacht).
Lass uns über euer neues Album sprechen. "Betrayal, Justice, Revenge" klingt wild und kriegerisch. Kannst du mir etwas über das lyrische Konzept hinter den Songs erzählen?
Ja natürlich, zumindest was meinen Beitrag betrifft. Ich habe viele, nein eigentlich sogar die meisten der Texte geschrieben, was ziemlich überraschend für mich kam. Joni hat natürlich auch wieder einige geschrieben. Auf dem Album gibt es mehrere kleine Geschichten, kleine Dinge, die an unterschiedlichen Orten passieren und augenscheinlich erstmal nichts miteinander zu tun haben. Na ja, abgesehen davon, dass sie alle in derselben Fantasiewelt spielen, wie auch unsere früheren Songs. Sie spielen alle in dieser Welt des "Crystal Mountain". Ich glaube, dass die Geschichten auf dem nächsten Album irgendwie weitergeführt werden müssen, wenn wir all diese einzelnen Erzählstränge zusammenführen wollen. Vielleicht wird das ja dann das Konzeptalbum, von dem wir zwischendurch glaubten, "Betrayal, Justice, Revenge" würde es werden. Aber irgendwie sollte es nicht sein. Obwohl die Songs in einer Fantasiewelt spielen, haben sie all die großen Dinge zum Thema, wie Idealismus, Liebe, Gerechtigkeit, Verrat und eben Rache.
Liegt darin auch der Albumtitel begründet?
Ja, genau. Am Anfang sah es so aus als würde "Of Betrayal" der Titeltrack. Aber dann gefiel uns das nicht wirklich. Also haben wir nur "Betrayal" herausgenommen und andere Aspekte, die in den Songs thematisiert werden, hinzugefügt. Gerechtigkeit zum Beispiel ist ein großes Thema in "Aesis Lilim" und "Seawitch And The Sorcerer". In "Seawitch And The Sorcerer" geht es um Krieger, die sich auf den Weg machen, um einen Zauberer aufzuhalten, von dem sie glauben, dass er böse ist und gestoppt werden muss. Sie leben ihre persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit und kommen gar nicht auf die Idee, dass sie vielleicht Unrecht haben könnten. Um Rache geht es in "Desolation: White Wolf". Ein Wolfsrudel-ähnlicher Clan von Menschen verliert in einer unerwarteten Schlacht einen der ihren. Auch der Titel ist somit eine Sammlung kleinerer Szenen, die sich in dieser Fantasiewelt abspielen.
Woher nimmst du deine Ideen? Bedient ihr euch bei finnischer Folklore?
Nein, nicht wirklich. Deswegen nennen wir unseren Stil auch nicht Folk Metal. Das einzige, was Folk Metal an uns ist, sind Melodien und kleine Nuancen, die du in unserer Musik finden kannst. Der textliche Inhalt ist komplett fiktiv und deshalb spielen wir Fantasy Metal. Aber in der Folklore geht es ja auch immer um die großen Konzepte und um die Ideale der Menschen. Insofern gibt es da sicher eine Verbindung.

Als die Band sich 2002 gründete, sollten ursprünglich alle Songs in Finnisch veröffentlicht werden. Englisch kam dazu, als Joni eine Schreibblockade hatte und er feststellte, dass das Schreiben in Englisch für ihn leichter war. Auf "Betrayal, Justice, Revenge" ist Englisch sogar die dominante Sprache, aber wir wollen Finnisch nicht ganz aufgeben. Es ist so ein wichtiger Teil des ursprünglichen Konzeptes, dass wir daran festhalten wollen.
Du hast gesagt, dass es überraschend für dich kam, dass du die meisten Texte fürs neue Album geschrieben hast. Von wem kam die Idee?
Die Idee stammt von Joni. Er wollte etwas Unterstützung beim Texte schreiben. Er denkt ja immer noch, dass es schwieriger ist in Finnisch zu schreiben, also wusste er meine Hilfe da zu schätzen (lacht). Du weißt vielleicht, dass Jonis frühere Texte aus einer Geschichte stammen, die er über viele Jahre hinweg geschaffen und auch aufgeschrieben hat. Ich habe eine ähnliche Geschichte in meinem Kopf. Als er mich dann fragte, ob ich ihm beim Texten helfen könnte, dachte ich, dass das eigentlich recht einfach sein dürfte. Das Material war ja praktisch schon da. Ich habe es aufgeschrieben und mir dann überlegt, was davon ich für Songs verwenden könnte. Dass am Ende die meisten Texte von mir stammen würden, war nicht geplant. Das hat sich einfach ergeben.
Auf welchen Song bist du besonders stolz?
Vermutlich "Tuoppein'nostelulaulu", den Partysong. Da geht es wirklich darum die Bierkrüge zu heben. Das lustige daran ist, dass dieser Song ein purer Unfall ist. Er entstand während eines Rehearsals. Die Jungs haben die Basics in ungefähr zehn Minuten komponiert. Und ich habe für den Textentwurf auch nicht länger gebraucht. Der war nicht mal in der Geschichte, die ich als Grundlage für die anderen Songs verwendet habe. Er war einfach da. Ich denke, es ist der beste von allen.
Verglichen mit "Shadowheart" klingt ihr als Band auf dem neuen Album wie eine wirkliche Einheit, richtig zusammengeschweißt. Hat das viele Touren da geholfen?
Ja, auf jeden Fall. Das derzeitige Lineup ist jetzt zwei Jahre alt und ich habe mir sagen lassen, dass es etwa so lange dauert, bis ein neues Mitglied wirklich in eine Band integriert ist. Da sind wir jetzt angekommen. Die vielen Auftritte und die Arbeit am neuen Album haben ihr übriges dazu beigetragen. Du hast eigentlich gar keine Wahl als zu einer Einheit zu werden. Es sei denn, es stellt sicher heraus, dass irgendwas in der Chemie doch nicht passt, aber das ist bei uns zum Glück nicht passiert. Ich denke, das ist der Beweis, dass das jetzige Lineup wirklich funktioniert.
Als du im Frühjahr 2008 zur Band gestoßen bist, warst du noch Sängerin bei Exsecratus. War es für dich eine einfach Entscheidung die Band zu wechseln und was gab letztlich den Ausschlag?
Am Anfang habe ich sogar versucht in beiden Bands zu singen. Aber das hat einfach nicht funktioniert und führte nur zu Frustration auf allen Seiten. Ich hab mich bei Kivimetsän irgendwie wohler gefühlt und es war Zeit für ein neues Kapitel.
Würdest du Leuten zustimmen, die euch das Etikett einer Female Fronted Metal-Band verpassen?
Nein, eher nicht. Wenn du uns auf der Bühne siehst, mag der Eindruck entstehen, weil ich sehr im Vordergrund stehe. Aber das ist ja nur die Oberfläche. Ich weiß nicht, ob es das ist worauf es im Female Fronted Metal ankommt. Aber hinter den Kulissen sind wir alle gleichberechtigt und so ist es schwierig für mich uns als Female Fronted Metal-Band zu sehen. Zumal die Koskinen-Brüder ja lange Zeit die alleinigen Songwriter waren, bis wir anderen bei "Betrayal, Justice, Revenge" auch etwas beigesteuert haben, ich vor allem die Texte. Nein, ich denke nicht, dass wir Female Fronted sind. Bei uns ist alles Teamarbeit. Joni, ich und die anderen sind alle zugleich an den Songs beteiligt.
Was unterscheidet Kivimetsän Druidi deiner Meinung nach von anderen Bands?
Die Kontraste, die betone ich immer. Vielleicht auch unser Erscheinungsbild. Ich bzw. wir versuchen die Kontraste auch visuell herüberzubringen. Ich versuche mein Erscheinungsbild in eine bestimmte Richtung zu lenken, und die Jungs ihres in eine andere. Ich kenne mich mit den ganzen Sub-Genres nicht wirklich aus und ich hoffe, ich tue hier niemandem Unrecht. Aber wir mischen thrashige Elemente mit sehr melodischen, fantasievollen, fast Filmmusik-ähnlichen Elementen. Ich kann mich nicht erinnern so eine Kombination schon einmal gehört zu haben. Ich hoffe, das macht uns einzigartig (lacht).
Wann werdet ihr auf Tour gehen und werdet ihr auch in Österreich vorbeischauen?
Es gibt noch keine konkreten Daten, aber wir hoffen, dass es im Oktober soweit sein wird.
Nun hast du noch die Gelegenheit ein paar Worte an unsere Leser und eure österreichischen Fans zu richten:
Hallo an alle netten Leute in Österreich, die uns mögen. Wir mögen euch auch und wir hoffen, ihr kommt zu unseren Shows, wenn wir in der Nähe sind, was hoffentlich bald der Fall sein wird. Hört euch unser neues Album an und Rock'n'Troll!
Ich danke dir für deine Zeit und wünsche euch viel Erfolg mit dem neuen Album.




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