Like Moths To Flames – No Eternity In Gold

| 30. Oktober 2020 | 0 Comments
Like Moths To Flames

(c) Ross Theisen

Nach zehn Jahren und vier Alben darf man Like Moths To Flames gut und gerne als Metalcore-Veteranen bezeichnen, obwohl ihr Sound gerne über die etwas enger gesteckten Grenzen dieses Genres hinausragt. Mittlerweile verfügt das US-Quartett über ein fixes, gestärktes Line-up (wenngleich ohne Schlagzeuger), zudem gibt es mit UNFD ein neues Label im Hintergrund. Auf der bereits fünften Studioplatte „No Eternity In Gold“ setzt sich die Band mit Spiritualität und dem Missbrauch von Religion als Kontrollsystem auseinander.

Das lyrische Leitmotiv spitzt sich im abschließenden „Spiritual Eclipse“ zu. Die Feststellung, dass es keinen magischen Ort gebe, wo alles in Ordnung sei, durchzieht vier donnernde Minuten. In diesen rufen Like Moths To Flames ihre gesamte Musikalität mit wachsender Begeisterung ab. Wütende, kaskadenartige Strophen überschreiten die Grenzen zu Modern Metal und Post-Hardcore, der Refrain ist dafür kurz, hymnisch und intensiv – komplettes Chaos, ruppige Squeals und finstere Melodik gehen Hand in Hand. Diese komplexe Mischung trägt „Killing What’s Underneath“ vielleicht nur im Titel, das konsequente Hinarbeiten auf einen gewaltigen, eingängigen Hauptteil nebst ruppigen Umgebungsklängen greift dafür sofort zu.

Generell handelt es sich hierbei um keine stereotype Metalcore-Platte, obwohl natürlich sämtliche Facetten des Genres immer wieder in wechselnder Kombination auftreten. „Habitual Decline“ entlädt sich beispielsweise mit furioser Wucht und Donnerhall, nur um zu einem kurzen, hymnischen Moment zu finden. Selbst ein angedeutetes Breakdown taucht kurz auf. Mindestens so vertraut: „YOTM“. Zwischen Vollsprint und ausladendem Melodieteppich setzt es Vertrautes in Reinkultur ohne jeglichen schalen Beigeschmack. Das bewegende „Demon Of My Own“ bemüht sich hingegen um Atmosphäre, kehrt das Rezept um und taucht tief in episch angehauchte Post-Hardcore-Gefilde ein.

Die große Kunst dieses Albums ist seine Vielschichtigkeit trotz allerlei vertrauter Klänge. Natürlich meldet sich das Metalcore-Reißbrett ab und an, das lässt sich kaum vermeiden. Dennoch sorgen Spielfreude, Wucht und Intensität für die nötige Unterhaltung, selbst bei halbwegs vorhersehbaren Strukturen. Atmosphärische Exkurse, dicke Melodik und metallische Ausflüge heben „No Eternity In Gold“ schließlich endgültig über den Genre-Durchschnitt und unterstreichen das gewisse Etwas von Like Moths To Flames. Abermals serviert das US-Quartett packenden Metalcore ohne Scheuklappen mit spannender lyrischer Ebene und so mancher kleiner Überraschung.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.10.2020
Erhältlich über: UNFD (Membran)

Facebook: www.facebook.com/likemoths

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Category: Magazin, Reviews

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