Benediction – Scriptures

| 16. Oktober 2020 | 0 Comments
Benediction

(c) Karen Rew

Die zeitlosen Benediction kehren aus dem Dornröschenschlaf zurück. Tatsächlich hat das letzte Album „Killing Music“ bereits zwölf Jahre auf dem Buckel. Nach dem Ausstieg von Dave Hunt, der sich nun komplett auf Anaal Nathrakh konzentriert, holten die Gründungsmitglieder Darren Brookes und Peter Rewinsky keinen Geringeren als Dave Ingram zurück, der sämtliche Alben in den 90ern einbrüllte. Im Jubiläumsjahr – 30 Jahre seit dem Debüt – landet mit „Scriptures“ ein neuer Nackenschlag.

Als hätte es die lange Pause nicht gegeben, rattert „Iterations Of I“ mit angedeuteter „Hit The Lights“-Hommage los. Der falsche Start wird schnell in ein infernales, unbequemes Riff umgedeutet, schon rührt die ebenfalls neue Rhythmusabteilung um Dan Bate und Gio Durst die Kessel. Ingram, der in der Zwischenzeit unter anderem bei Bolt Thrower, Down Among The Dead Men und Hail Of Bullets aktiv war, bringt vertraute Aggression aufs Parkett und zerlegt das ausladende, zuweilen martialisch groovende Arrangement mit einer Doppelaxt – eine Seite Skalpell, eine Seite Vorschlaghammer.

Von da an gestaltet sich dieses Comeback-Werk zum Siegeszug. Das vergleichsweise kurze, ranzige „Rabid Carnality“ beschwört die alte Punk-Attitüde der Band – kaum zu überhören, dass Napalm Death-Frontmann Barney Greenway hier einst mitwirkte – mit furioser Intensität, „Embrace The Kill“ schraubt den Härtegrad weiter nach oben und „Stormcrow“ gibt sich nervöser Wucht mit zahlreichen kleinen Tempo-Verschärfungen hin. Direkt im Anschluss bäumt sich das monströse „Progenitors Of A Paradigm“ auf. Kam Lee, legendärer Brüllwürfel bei Death und Massacre, gibt sich ein Stelldichein der wütenden Art. Hier zeigen die Briten sämtliche Songwriting-Chops zwischen purer Aggression, feiner Klinge und erbarmungslosem Dauerdruck.

Eigentlich machen Benediction nichts anders, was aber gewissermaßen ins Bild passt. „Scriptures“ wirkt wie höllisches Nachhausekommen nach langen Jahren des ziellosen Wanderns. Brookes, Rewinsky und Ingram wirken revitalisiert, das frische Blut treibt die Songs an, dazu setzt es sämtliche Standards in gewohnter Wucht. Wo Benediction draufsteht, ist auch weiterhin Benediction drin – die alte Death-Metal-Schule explodiert ein weiteres Mal auf unterhaltsame, martialische Weise.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2020
Erhältlich über: Nuclear Blast (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/Benedictionband

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Category: Magazin, Reviews

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