LIK – Misanthropic Breed

| 23. September 2020 | 0 Comments
LIK

(c) Mathias Blom

Während mehr und mehr alte Death-Metal-Haudegen die Flinte ins Korn werfen oder es zumindest ruhiger angehen lassen, müssen es die jungen Wilden richten. LIK sind zwar nicht mehr ganz so jung, starten dafür aber momentan so richtig durch. Der ruppige, raue Sound der Schweden ist durchaus als Hommage an die alte Schule um Dismember, Entombed und Konsorten zu verstehen. Der neueste Streich „Misanthropic Breed“ riecht abermals so richtig schön ranzig.

Aus den Untiefen der Hölle erhebt sich der Opener „The Weird“. Schmerzensschreie und Höllenqualen leiten den kurzen Abstecher in die Rumpelbude ein, schnon wippen die Schweden auf dem Gaspedal herum. In aller Kürze setzt es einen Abstecher in die rasante, hektische Ecke, auf den mit „Decay“ ein erster Leckerbissen folgt. Abermals gehen es LIK flott an, bloß halten hier erstmals infernale, beklemmende Melodien ein – eines der großen Markenzeichen der Schweden. „Funeral Anthem“ nimmt das Tempo heraus, riecht ein wenig nach Verwesung und macht das starke Eröffnungstrio komplett.

In weiterer Folge setzt es Kraftpakete und Midtempo-Dampfwalzen am laufenden Band. „Morbid Fascination“ platziert sich sogar zwischen den Stühlen – nicht schnell genug für einen fiesen, ruppigen Sprinter, aber eben auch nicht ganz so langsam und behäbig. Herrlich verschachtelte Aufbauten, konzentrierte Weirdness und melodischer Psychoterror gehen an die Substanz. Hingegen nimmt „Becoming“ das Tempo sukzessive heraus. LIK scheinen sich zwischenzeitlich selbst zu überholen, dann fahren die Regler runter, schiere Wucht macht sich breit. Abermals setzt es verkappt eingängige Momente, bloß richtig schon fies und evil serviert.

Letztlich ist genau diese Mischung die große Stärke der Schweden. LIK klatschen nicht einfach bloß ein x-beliebiges Old-School-Death-Metal-Album raus, sie punkten durch Abwechslung, durch Präzision und Bauchgefühl. Auf „Misanthropic Breed“ ist erlaubt, was gefällt, was dem Song bekommt. Die erfrischend schwerfällig und zugleich mitreißende Friedhofsstimmung ist ein netter Bonus. Retro und doch am Puls der Zeit – ein gewohnt starkes Gesamtpaket, das geradezu nach der leicht modrigen Clubbühne verlangt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.09.2020
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/LIKofficial

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Category: Magazin, Reviews

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