Stinky – Of Lost Things

| 11. Juni 2020 | 0 Comments
Stinky

(c) Insane Motion

Seltsamer Name, starke Musiker*innen: Stinky entstammen der Hardcore-Szene von Nantes. Mittlerweile spielten die Franzosen über 350 Konzerte in 15 verschiedenen Ländern, tourten mehrfach durch Europa und veröffentlichten zwei Alben. Das Quintett um Frontfrau Claire liebt die melodische Seite des Genres, hörbar von Bane und Comeback Kid beeinflusst. „Of Lost Things“ bringt einmal mehr wuchtige Gewalt, die feine melodische Klinge sowie metallische Ecken und Kanten zusammen.

Stinky gehen mit wachsender Begeisterung nach vorne, beißen sich fest und schütteln nebenher einen knüppelharten Ohrwurm nach dem anderen aus dem Ärmel. Genau das passiert in „Lame Heart“. Die Wogen des frontalen Auftritts glätten sich schnell, aus den ruppigen Strophen schält sich ein packender Refrain zum Mitbrüllen und Mitsingen heraus. Kurze Zeit später rotiert der Kreisel erneut – simpel, aber effektiv. Ähnliches passiert beispielsweise in „Nosedive“, das an die Victory-Records-Riege der mittleren bis späten Nullerjahre erinnert. Zwischen schroffen Attacken und hymnischer Eingängigkeit brennen die Franzosen ein Feuerwerk ab.

Der akustische Wurmfortsatz nimmt das Grande Finale dieser dritten Platte vorweg, denn „Rough Diamond“ vom zweiten Studioalbum „From Dead-End Street“ findet sich hier als Unplugged-Ausgabe wieder. Hier zeigt sich, welch leidenschaftliche Musiker hinter diesem Quintett stecken – ungeschliffen, gelegentlich schief, dafür mit viel Drama und Herzblut intoniert. Sollte das zu brav ausfallen – kein Problem. Stinky haben mit „Strangers With Familiar Faces“ einen düsteren, metallischen Brocken erster Güteklasse an Bord, der seiner Fühler sogar in etwas chaotischere Gefilde ausstreckt.

Wer die beiden bisherigen Stinky-Alben sowie die erwähnten Melodic-Hardcore-Granden mag, sollte „Of Lost Things“ unbedingt auf dem Einkaufszettel stehen haben. Das französische Quintett bringt alles mit, was diesen Sound ausmacht, setzt seine eingängigen und metallischen Kanten geschickt ein, und zeigt zudem etwas Bock für Experimente. Man kann nur hoffen, dass Stinky schon bald wieder die Bühnen der Welt zerlegen darf, denn diese Platte schreit förmlich nach einem Pit-lastigen Live-Happening samt Singalongs.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.06.2020
Erhältlich über: M-Theory Audio (Membran)

Facebook: www.facebook.com/Stinkyhc

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Category: Magazin, Reviews

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