Then Comes Silence – Machine

| 11. März 2020 | 0 Comments
Then Comes Silence

(c) SPV

2017 waren Then Comes Silence urplötzlich bei Nuclear Blast gelandet, hatten ein großes Budget zur Verfügung und wussten nicht so recht, was sie damit anstellen sollten. Das Ergebnis, „Blood“, war eine gute Platte, das Drumherum überforderte die Schweden jedoch. Man verlor Musiker, gewann neue Mitglieder hinzu und ist den Label-Deal nun erst recht los. Für die Band fühlt sich das erste Album danach wie eine Rückkehr zu den Underground-Wurzeln an, quasi zurück an den Start. Und so ist „Machine“ nun mehr von allem – düsterer, rockiger und fatalistischer. Dem etatmäßigen Sound zwischen Post Punk und Dark bzw. Gothic Rock bleibt man allerdings erhalten.

Ein Song wie „W.O.O.O.U“ spielt mit den Grenzen des eigentlichen Sounds und bewegt sich dennoch perfekt im selbstgesteckten Korsett. Süßliche, beinahe poppige Melodien treffen auf schwerfällige Untertöne und Alex Svensons gewohnt warme, leicht bedrohlich wirkende Vocals. „We Lose The Night“, meinen Then Comes Silence im Opener, und finden dennoch spielerisch in die etatmäßige Finsternis. Das Ergebnis klingt herrlich vielschichtig mit scharfkantigen Gitarren und Synthies, von eingängigen Klängen und federnden Backings gekonnt begleitet.

Für Abwechslung ist im Lauf dieser Dreiviertelstunde gesorgt. So blubbert das ellenlange „Kill It“ zunächst scheinbar ziellos vor sich hin, bevor die treibende, fatalistische Romantik der Post-Punk-Urväter durchscheint und gen bleierne Schwere trägt. Entsprechende Elemente sind in „Ritual“ omnipräsent. Das Duett mit Karolina Engdahl brennt sich ebenso ein wie das scharfkantige, für Band-Verhältnisse aggressive „Devil“. Hier kommen die Post-Punk-Elemente noch deutlicher zu tragen, es wird spürbar lauter und hibbeliger.

Revolutionäre Veränderungen bleiben auf „Machine“ zwar aus, wären aber auch fehl am Platz gewesen. Stattdessen ordnet sich die Band nach den Line-up-Wechsel und dem Branchenriesen-Ausflug neu, wirkt einen Tacken fokussierter und finsterer. Elf richtig gute, kurzweilige Songs zwischen Gothic-Romantik, bleierner Düsternis und blubberndem Post Punk vertiefen das Geschehen der letzten Platte, wirken dennoch frisch und zuweilen sogar unverschämt eingängig. Stille herrscht bei Then Comes Silence noch lange nicht; die Schweden berappeln sich auf starkem Niveau.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2020
Erhältlich über: Oblivion (SPV)

Website: thencomessilence.eu
Facebook: www.facebook.com/thencomessilence

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Category: Magazin, Reviews

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