Ambush – Infidel

| 10. März 2020 | 0 Comments
Ambush

(c) Philip Truong

Eine klassische Dosis Metal ist nie verkehrt, finden Ambush, und benennen Judas Priest sowie Accept als ihre musikalischen Vorbilder. Erinnerungen an prominente Landsleute wie RAM und Screamer werden wach, wenn das Sextett zu den Instrumenten greift. Die oft etwas höheren Vocals, straighte Klänge und ein wenig Speed Metal im Abgang – vertraut und doch kurzweilig. Viereinhalb Jahre nach „Desecrator“ erscheint nun das mittlerweile dritte Studioalbum „Infidel“. Mehr Düsternis und mehr Melodie ist das Credo für diese 43 Minuten.

Der eröffnende Titelsong gibt das Tempo im wahrsten Sinne des Wortes vor – schnell, heavy und durchaus berauschend. „Infidel“ bringt den Sound der Band auf den Punkt, pendelt zwischen angenehm aggressiven Sprints und hymnischen Einschüben. Obligatorische Falsett-Abschnitte und messerscharfe Soli sind natürlich mit dabei. Etwas differenzierter geht es hingegen „Yperite“ an. Hier wird die Ankündigung von mehr Melodik im Midtempo-Bereich erstmals wahr gemacht, wobei der groovende Bass-Mittelteil ebenso Charme hat.

Was Ambush am besten beherrschen, sind ihre druckvollen, überaus eingängigen Exkurse. Für „Iron Helm Of War“ liegt die Wahrheit in angethrashten Gefilden mit hohem Tempo und dicken Melodien, während „Hellbiter“ auf NWOBHM-Referenzen und einen Refrain, der sich prächtig mitsingen lässt, setzt. Zwischendurch eingestreute Sprints, darunter das unverschämt starke „The Demon Within“, unterhalten, bevor das Schlussdoppel wieder in gemächlichere Gefilde zurückkehrt. Sowohl „Heart Of Stone“ als auch „Lust For Blood“ gehen es eine Spur ruhiger an, ohne jedoch ihre puristische Metal-Aura zu verlieren. Das erinnert im besten Sinne an Haunt.

Im Prinzip klingt „Infidel“ wie erwartet: Die Stellschrauben wurden nachjustiert, ein paar Feinheiten angepasst, umfassende musikalische Veränderungen bleiben aber aus. Warum auch, schließlich stimmt der Weg der Schweden – druckvoller, ruppiger und doch ungemein eingängiger Metal aus der NWOBHM-Ursuppe mit gelegentlichen Speed-Einschüben und noch mehr Melodik macht schlicht und ergreifend Laune. Nicht nur für Traditionalisten ist das dritte Ambush-Album ein Muss.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2020
Erhältlich über: High Roller Records (Soulfood Music)

Website: ambushsweden.com
Facebook: www.facebook.com/Ambushsweden

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Category: Magazin, Reviews

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