Woven Man – Revelry (In Our Arms)

| 7. Januar 2019 | 0 Comments
Woven Man

(c) Undergroove Records

Während sich andere walisische Metal-Bands mehr und mehr dem Mainstream zuwenden, sorgen Woven Man für einen ordentlichen, erfrischenden Arschtritt. Hinter dem Quintett stecken unter anderem ehemalige Mitglieder lokaler Szene-Helden wie Black Eye Riot, Lifer und den über die Landesgrenzen bekannten Acrimony. In dieser neuen Formation erscheint nun mit „Revelry (In Our Arms)“ ein erstes Mini-Album, das sich in vornehmlich sludgigen Metal-Gefilden heimisch fühlt.

Um die Spreu sogleich vom Weizen zu trennen, platzieren Woven Man den längsten Song zu Beginn. „Calling Down The Leaves“ packt alles, was die Band ausmacht, in achteinhalb (!) gewaltige Minuten. Es dauert ein klein wenig, bis sich das Riff aus dem Intro erhebt, dann entwickelt jedoch schnell ein überraschend poppiges Monstrum mit dezenter Mad Capsule Markets-Schlagseite, würden die Japaner plötzlich auf Sludge stehen. Der Track wird immer länger, wirft schräge Harmonien und kuriose Refrains ab, widmet sich überbordernder Instrumental-Magie und bewegt sich doch kaum von seinem Grundthema weg – ein bizarres wie kurzweiliges Erlebnis.

So oder so ähnlich lässt sich auch der Rest dieser Mini-Platte zusammenfassen. „Maker’s Mark“, der zweite Monolith, überrascht mit süffigem Stoner-Riffing und ist sich hörbar den Wurzeln des Genres bewusst. Zugleich tauchen die Vocals tiefer in die Sludge-Tradition ein, was für einen muskulösen Kontrast sorgt und zum Mitwippen motiviert. Ein paar Türen weiter nimmt „I Am The Mountain“ das Tempo fast komplett heraus und widmet sich räudigen, doomigen Biker-Sounds – metallisch, zäh, räudig und mit einer fest ums Zuckerbrot gewickelten Peitsche versehen.

„Revelry (In Our Arms)“ wirkt stellenweise überraschend zerrissen – vor allem hört man, dass der Opener einige Zeit früher entstand, und so wird mit den schrägen, poppigen Ansätzen zunächst auf die falsche Fährte geführt. Macht aber nichts, denn in seiner Kompaktheit weiß dieses Fast-Album von Woven Man absolut zu überzeugen. Die Waliser widmen sich so ziemlich allen Sludge-Subformen mit wachsender Begeisterung, geben sich hymnisch und harmonisch, dann jedoch wieder kratzbürstig und unnahbar. Diese Unberechenbarkeit macht das Quintett spannend und attraktiv – ein Einstand mit Grower-Potenzial.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.01.2019
Erhältlich über: Undergroove Records

Facebook: www.facebook.com/wovenisms

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Category: Magazin, Reviews

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