Svarta Stugan – Islands / Öar

| 10. Dezember 2018 | 0 Comments
Svarta Stugan

(c) Svarta Stugan

Wie lebt es sich auf so einer Insel? Svarta Stugan versuchen sich diesem Gefühl musikalisch anzunähern. Das Quartett aus der schwedischen Metal-Hauptstadt Göteborg spielt experimentellen, instrumentalen Post Rock – herrlich ungewöhnlich für ihren Heimatort – und will mit dem gezielten Einsatz verschiedener Dynamiken und Sythesizern unter anderem wechselnde Gezeiten und Wetteränderungen symbolisieren. Dieses kleine Kunstwerk hört auf den passenden Namen „Islands / Öar“.

Entsprechend vielfältig und durchaus wechselhaft gestaltet sich dieses Album. „Islands III“ eröffnet mit schwerer, melancholischer Note und setzt zum Trauermarsch an. Was hier genau passiert – gute Frage, denn das will sich zunächst nicht so recht erschließen. Doomig angehauchte Untertöne führen durch den Track, erst nach ca. drei Minuten wird es eine Spur lauter und intensiver. Urplötzlich lassen Collapse Under The Empire als Referenz grüßen, der Track schwillt mit simplen Mitteln an. Das verspielte, liebliche „Islands Unknown“ erinnert hingegen eher an karibische Träume, an Sonnenschein, an unbändige Freiheit – ein krasser Unterschied zum Opener.

Und so weist letztlich jeder Track eine komplett andere Klangfarbe auf. „Prospects / Quatsi“ lebt beispielsweise von seinem treibenden, über weite Strecken gleichmäßigen Basslauf. Er baut Spannung und Druck auf, steuert auf eine gewaltige Explosion zu, die letztlich relativ freundlich und übersichtlich bleibt. Oder aber „Islands I“, dieses Manifest knisternder Spannung, in dem es andauernd zu brodeln scheint. Man erahnt die Katastrophe bereits, und doch ist das Warten darauf faszinierend.

Nicht immer einfach – nein, das ist fast noch untertrieben. „Islands / Öar“ versperrt sich zunächst mehr oder minder geschickt jeglichen Hörgewohnheiten und sämtlicher Erwartungshaltung, weil es so konsequent querschießt. Der thematische rote Faden ist schnell erkannt, die musikalischen Puzzleteile fügen sich erst nach und nach zusammen, und so braucht es ordentlich Geduld für dieses Album. Natürlich lohnt sich diese, denn so unnahbar Svarta Stugan zunächst auch wirken, ihr Sound ist letztlich großartig, mannigfaltig, überaus bunt und doch so präzise umrissen. Das ist große instrumentale Kunst zum Jahresende.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.12.2018
Erhältlich über: WOOAAARGH

Facebook: www.facebook.com/svartastugan

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Category: Magazin, Reviews

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