Greta Van Fleet – Anthem Of The Peaceful Army

| 24. Dezember 2018 | 0 Comments
Greta Van Fleet

(c) Universal Music

Die wohl wichtigsten Hard-Rock-Newcomer der letzten Jahre schlugen gerade spektakulär ein. Mit ihren ersten beiden EPs durften sich Greta Van Fleet über große Vergleiche, vor allem mit Led Zeppelin, freuen – nicht zuletzt aufgrund stimmlicher Ähnlichkeit mit Robert Plant. Ob das auch auf Albumlänge klappt? „Anthem Of The Peaceful Army“ ging weltweit in die Top 10, ausverkaufte Touren sollten folgen. Grund genug, einen Blick auf dieses Machwerk zu riskieren.

Ja, natürlich erinnert Josh Kiszka stark an den legendären Led Zeppelin-Frontmann. Ja, natürlich bedienen sich die US-Amerikaner kräftig bei den von Blues und Folk inspirierten Rockbands der späten 60s und frühen 70s. Was dabei aber nicht übersehen werden darf: Das Songwriting ist unfassbar stark, die Spielfreude der drei Brüder samt befreundetem Drummer geradezu ansteckend. „Age Of Man“ bereitet als Sechsminüter prima auf die Platte vor, auch wenn die etwas ruhigeren Töne zum Auftakt verwundern. Anstatt ein Powerhouse vorneweg zu schicken, darf es eine epische Power-Ballade richten, und das geradezu vorzüglich.

Keine Sorge, dynamische Rocker sind natürlich in Massen vorhanden, wie das direkt folgende „The Cold Wind“. Hier beschwören Greta Van Fleet den Zep-Spirit nahezu perfekt herauf und liefern doch frische, unterhaltsame Riffs. „The New Day“ und „Anthem“ erweisen sich als obligatorische, balladesk angehauchte Folk-Querverweise, während das vorab ausgekoppelte Powerhouse „When The Curtain Falls“ die Muskeln spielen lässt – etwas ruhiger und doch so eindrucksvoll. Mit dem verschwitzten, immer wuchtiger werdenden „Lover, Leaver (Taker, Believer)“ und dem angenehm schweren „Brave New World“ finden sich überdies noch zwei richtig schön fette, epische Rocker auf der Platte.

Mit Innovation war nicht zu rechnen, aber das stört auch überhaupt nicht. „Anthem Of The Peaceful Army“ lebt von der nahezu perfekten Mischung aus Retro-Charme und jugendlicher Unbescholtenheit. Zwar fallen die Tracks insgesamt eine Spur ruhiger und langsamer als jene der beiden EPs aus – natürlich mit Ausschlägen in sämtliche Richtungen – zeigen dafür eine Spur mehr Reife, filigraneres Songwriting und zugleich unheimlich gutes Gefühl für feine Riffs sowie große Harmonien. Greta Van Fleet haben ihre Formel gefunden, deuten zudem verhalten eigene Ideen an. Dem Hype darf man ruhig Glauben schenken, denn dieses Full-Length-Debüt trifft ins Schwarze.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 19.10.2018
Erhältlich über: Republic Records (Universal Music)

Website: www.gretavanfleet.com
Facebook: www.facebook.com/gretavanfleet

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Category: Magazin, Reviews

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